herlagen, und sprang vom Wege ab. Der Reiter gebrauchteseine Sporen ohne Mäßigung oder Gnade, das Pferd wurdewiithcnd, bäumte sich, schlug hinten und vorne ans und sprangwie ein Hirsch mit allen vier Füßen vom Boden ans. Es warvergeblich; der unbeugsame Reiter saß fest, als sei er ein Theildes Pferdes, das er beschritt; nach einem kurzen aber wüthen-den Kampf zwang er das unterworfene Thier zu einem Schritt,der ihn bald aus dem Bereiche brachte, worin ihn der Ein-siedler erblicken konnte.
„Dieser Schurke," rief der Zwerg, „dieser kaltblütige, ver-härtete, grausame Raufbold — dieser Elende, bei welchemjeder Gedanke mit Verbrechen befleckt ist, besitzt Körpermaffeund Sehnen, Glieder, Stärke und Thätigkeit genug, um einedleres Thier wie er selbst ist, zu zwingen, daß es ihn zu demOrte trägt, wo er Ruchlosigkeiten vollbringen kann, währendich, besäße ich die Schwäche zu wünschen, daß dieses unglück-liche Schlachtopfer ans seiner Hut wäre, und daß seine hülf-lose Familie gerettet würde, meine guten Absichten durch dieAltersschwäche vereitelt sehen müßte, welche mich an diesenPlatz heftet. Warum sollte ich wünschen, daß es anders wäre?Was hat meine krächzende eulenartige Stimme, meine scheuß-liche Gestalt, meine widerlichen Züge mit den schöneren Ge-schöpfen der Natur zu schaffen? Empfangen nicht die Men-schen sogar meine Wohlthaten mit Znrückschaudern, Abscheunnd schlecht unterdrücktem Widerwillen? Warum sollte ichmich um ein Geschlecht bekümmern, welches mich als Mißge-burt nnd als Verstoßenen betrachtet, welches mich als solchenbehandelt? Nein, bei aller Undankbarkeit, die ich erfuhr, —bei dem Unrecht, welches ich ertrug, bei meinem Gefängniß,meinen Geißlungen und meinen Ketten, ich will das Gefühlder sich auflehnenden Menschlichkeit Niederkämpfen! ich will