Druckschrift 
20 (1852) Der schwarze Zwerg und eine Sage von Montrose
Entstehung
Seite
337
Einzelbild herunterladen
 

337

Frist einiger Stunden zur Ueberlegnng und zur Berathungmit seiner Tvchter bei einer so wichtigen Angelegenheit.

Das Ergebniß dieser Unterredung und Berathung warMentcith günstig. Sir Duncan Campbell erkannte, daß dasGlück seiner neu gefundenen Tochter von einer Verbindungmit ihrem Geliebten abhänge; im Fall die letztere jetzt nichtstattfinde, erkannte er wohl, daß Argyle tausend Hindernisseerschaffen werde, um eine in jeder Hinsicht für ihn selbst soannehmbare Heirath unmöglich zu machen. Menteith's Privat-,charakter war so ausgezeichnet, und der Rang, sowie dasAnsehen, welches er durch seine Familie und sein Vermögenbesaß, so bedeutend, daß dies; nach Sir Duncans Meinungden Unterschied in ihrer politischen Meinung ausglich. Er-halte sich vielleicht, im Fall seine eigene Meinung über dieHeirath weniger günstig gewesen, dennoch nicht entschließe»können, eine Gelegenheit von sich zu weisen, um dem neugefundenen Kinde seiner Hoffnungen eine zärtliche Nachsichtzu schenken; außerdem übte ein Gefühl des Stolzes Einflußauf seinen Entschluß.

Der Umstand, die Erbin von Ardenvohr als ein Mädcheneinzuführen, welche als arme Waise und Harfenspielerin inder Familie von Darnlinvarach erzogen war, hätte an sichetwas Demüthigendes. Wurde sie aber als die verlobteBraut oder die Gemahlin des Grafen von Menteith nach ei-nem Liebesverhältniß eingeführt, welches während ihrer nie-deren Stellung entstanden war, so war dieß der Welt eineBürgschaft, daß sie sich des Ranges, auf welchen sie jetzt er-hoben wurde, zu jeder Zeit würdig erwiesen hatte.

Unter dem Einfluß dieser Betrachtungen verkündete SirDuncan Campell den Liebenden seine Einwilligung, daß siedurch Montrose's Kaplan so geheim als möglich in derSage von Mvntrose. 32