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„Soll ich die Harfe holen?" fragte sic mit furchtsamerStimme; „senken sich die Schatten auf Euch nieder?"
Anstatt zu antworten, führte er sie zum Fenster des Ge-maches, welches die Aussicht auf das Schlachtfeld mit allenseinen Schrecken beherrschte.
Es war dicht mit Tobten und Verwundeten bestreut, unddie Plündernden entrissen geschäftig die Kleider den Opferndes Krieges und feudalen Ehrgeizes mit solcher Gleichgültig-keit, als gehörten die Leichname nicht zu demselben Menschenge-schlechte, und als wären die Beutesuchcnden nicht selbst, viel-leicht schon morgen, demselben Schicksal ansgeseyt.
„Gefällt Euch der Anblick?" fragte Mac Anlay."
„Er ist scheußlich!" erwiderte Annot, ihre Angen mit denHänden bedeckend'; „wie könnt Ihr mich anffordern, dorthinzu blicken?"
„Ihr mußt Euch dagegen abhärten, wenn Ihr bei diesemdem Untergange geweihten Heere bleibt. Ihr werdet bald aufeinem solchen Schlachtfelde nachdem Leichname meines Bru-ders — nach dem von Mentcith — nach dem meinigen suchenmüssen — allein die letztere Aufgabe wird Euch eine gleich-gültige sein — Ihr liebt mich nicht?"
„Dieß ist das erste Mal, daß Ihr mir Lieblosigkeit vor-wcrft," sagte Annot weinend; „Ihr seid mein Bruder — meinErretter — mein Beschützer — muß ich Euch nicht lieben?— allein es naht die Stunde Eurer Finsternis; — laßt michmeine Harfe holen —"
„Bleibt," sagte Allan, sie immer noch festhaltend; „mögenmeine Gesichte ans dem Himmel, oder der Hölle, oder ausder mittleren Sphäre körperloser Geister kommen — oder mö-gen sie, wie die Sachse» sagen, nur die Täuschungen einererhitzten Phantasie sein, sie haben jetzt auf mich keinen Einfluß,