289
Sir Dmicaii Campbell von Ardenvohr heftete einige Zeit,ungeachtet der dringenden Umstände, seine Blicke auf dasBoot, welches seinen Häuptling vom Scklachtfelde hinweg-führte ; seine Brnst empfand Gefühle, welche sich nicht aus-drncken lassen, denn der Charakter eines Häuptlings war dereines Vaters, und das Herz eines Stammgenossen durfte nichtmit derselben Strenge dessen Fehler wie die anderer Leutebeurtheilen.
Argyle auch, obgleich hart und streng gegen Andere, wargroßmüthig und freigebig gegen seine Verwandte, und dasedle Herz von Ardenvohr empfand bittern Kummer, als erbedachte, welche Auslegung jenes Verfahren bei Andern findenkönne.
„Es ist besser, daß es so geschieht," dachte er bei sich selbst,indem er seine eigene Regung »ntcrdrückte, „allein keiner vonseinen hundert Ahnen würde sich zurückgezogen haben, wenndas Banner von Diarmid seinen hartnäckigsten Feinden ent-gcgenwehte!"
Ein lauter Schlachtruf nöthigte ihn jetzt zur Umkehr, umauf seinen Posten zu eilen, welcher sich ans der rechten Flankevon Argyle's kleinem Heere befand.
Der Rückzug Argyle's war seinem wachsamen Feinde nichtentgangen, welcher von einem hochgelegenen Platze ans jedenunten vergehenden Umstand beobachten konnte. Die Bewe-gung von drei oder vier Reitern ans die Nachhut bewies,daß diejenigen, welche sich zurückgezogen hatten, Leute vonRang waren.
„Dort gehen sie," sagte Dalgetty, „um ihre Pferde wiekluge Cavaliere außer Gefahr zu bringen. Dort reitet SirDnncan Campbell ans einem braunen Wallach, den ich mirals mein zweites Schlachtpferd ansgesucht habe."
Sage von Montrosc. Ist