Elftes Kapitel.
Ist, Balduin, dieß dein Schloß? MelancholieEntfaltet sa ihr Banner auf dem Thurm,
Der Brandung Schaum dort unten zu verdunkeln.War' ich Bewohner hier und müßt' ich schauen,Wie Düsterkeit dort die Natur umwölkt.
Müßt ich den Wogcnfchag, den Mövenschrei
Tagtäglich hören, würd' ich eher mir
DeS ärmsten Bauern Hütt' als Wohnung wählen.
Brown.
Der tapfere Rittmeister würde seine Muße gerne dazu ver-wandt haben, das Aeußere von Sir Duncans Schloß in Au-genschein zu nehmen, und seine eigenen militärischen Ideenüber die Natur der Vertheidignngswerke dabei zu beurkunden,allein eine derbe Schildwache, welche mit der Streitaxt ander Thür seines Gemaches die Wache bezog, gab ihm durchsehr begreifliche Zeichen zu verstehen, daß er sich in einer Artehrenvoller Gefangenschaft befinde.
„Es ist sonderbar," dachte der Rittmeister, „daß diese Wil-den so genau die Regeln und Gebräuche des Krieges kennen.Wer hätte aber ihre Bekanntschaft mit dem Grundsatz desgroßen und göttlichen Gustavns erwarten sollen, daß ei» Un-terhändler zur Hälfte ein Bote, zur Hälfte ein Spion ist?" —Als er nun mit dem Putzen seiner Waffe fertig war, setzte ersich geduldig nieder, um zu berechnen, wie hoch sich die Summe
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