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20 (1852) Der schwarze Zwerg und eine Sage von Montrose
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der Harfe in der Hand in's Zimmer trat. Die Ungezwungen-heit eines hochländischen Mädchens lag in ihrem Schritt nndin ihren Blicken; da sie im engsten Verkehre mit dem Guts-herrn von Mac Aulay und seinem Bruder, mit Loi^> Menteithund andern jungen Leuten aufcrzogen mar, welche Darnlinva-rach zu besuchen pflegten, so besaß sie nickt die Blödigkeit,die eine unter ihrem eigenen Geschlecht hauptsächlich aufer-zogene junge Dame bei ähnlicher Gelegenheit gefühlt habenwürde, oder wenigstens für nothwendig gehalten hätte, äußer-lich zu zeigen.

Ihre Kleidung war etwas alterthümlich, denn neue Modendrangen selten in die Hochlande, und hätten auch nickt leichtEingang in ein Schloß finden können, welches hauptsächlichvon Männern bewohnt wurde, deren einzige Beschäftigung inKrieg und Jagd bestand. Annots Kleidung war jedoch nichtallein schicklich, sondern auch prachtvoll. Ihr offenes Miedermit hohem Halskragen bestand ans blauem, reich gesticktemTuch, nnd hatte zur Befestigung silberne Schnallen, wenn esder Dame gefiel, solche zu tragen. Die Aermel, welche weitwaren, reichten nur bis an den Ellbogen und endeten mit ei-ner goldenen Franse. Unter diesem Oberkleid, wenn man esso nennen will, trug sie ein unteres Mieder von blauem, eben-falls reich gesticktem Atlas, dessen Farben jedoch etwasHeller waren, als die des Oberkleides; ihr Rock bestand ausgewürfelter Seide, in dessen Muster die blaue Farbe haupt-sächlich vorherrschte, so daß der grelle Eindruck dadurch be-seitigt wurde, welcher in dem gewürfelten Kleide der Schottendurch die Mischung und den starken Gegensatz der Farben zuhäufig hervvrgebracht wird. Eine alte silberne Kette hing ihrum den Hals und hielt den Schlüssel, womit sie ihr Instru-ment stimmte; ein kleiner, gefältelter Streifen erhob sich über