Menteith ans seinem Versteck hervortrat und ihr freundlicheinen guten Morgen wünschte.
»Guten Morgen^ Mylord," erwiderte ste, indem sie ihremFreunde die Hand reichte, „wir haben Euch in der letzten Zeitnur selten im Schlosse gesehen, und ich besorge, Euer jetzigerBestich hat keinen friedlichen Zweck."
„Wenigstens laßt mich Eure Stimmung nicht stören,Annot," sagte Lord Menteith, „obgleich meine Ankunft Zwi-stigkeit sonst erregen kann. Mein Vetter Allan braucht dieHülfe Eurer Stimme und Musik."
„Mein Retter," sagte Annot Lyle, „besitzt ein Recht aufmeine armen Leistungen) auch Ihr, Mylord, seid mein Retterund habt das Meiste gethan, um ein Leben zu erhalten, wel-ches wcrthlos genug ist, wenn es meinen Beschützern keineWohlthaten erweisen kann."
Mit diesen Worten setzte sie sich in einiger Entfernungvon Allan auf dieselbe Bank, worauf er saß, stimmte ihr In-strument, eine kleine Harfe von ungefähr dreißig Zoll Hohe,und begleitete ihr Spiel mit ihrer Stimme. Das Lied warein alter galischer Gesang, und die Worte, welche für sehralt gehalten wurden, waren in derselben Sprache; wir fügenjedoch hier eine Uebersetzung bei, welche zwar den Fesseln einesfremden Reimes unterworfen, jedoch, wie wir hoffen, beinaheeben so genau ist, wie die berühmte Uebersetzung Ossians durchMacpherson.
Vögel, die im Dunkel weilen,
Nächt'ge Krähen, Naben, Eulen,
Laßt den Kranken ungestört.
Der die Nacht hindurch euch hört;
Eilt nach Höhlen, dort zu lauern.
Nach verfall'ner Thürnie Mauern,