Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
305
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lisch aus de» liegenden und stehenden, behauene» und unbehauenenSandsteinplatteu, auf Gestellen, Brettergerüste» und bretternemObdachc der Steinmetzen vor der St- Katharinenkirche cmporgeschich-tet hatte, herrschte ganz besondere Lebhaftigkeit, Denn ein beträcht-licher Thetl der lieben Schuljugend hatte sich hier der Anhöhenbemächtigt, nnd trieb da, zur erlaubten GcmüthScrgötzung, ihrKurzweil; stieß bald den Einen, bald den Andern, der sich sicherwähnte, vom Steingestcll hinab in den dicken Volkshaufen, odersic glitt in Masse, schreiend und prasselnd, von der schlüpfrigenBrettcrdecke der Steinhüttc zur Erde nieder, wie beim Thanwettcrim Winter die Schncelagen eines schroffen Hausdaches,

Alle Wetter!" schrie im Hansen ein schnurrbärtiger Invalide,indem er den knotigen Krückcnstock schwang, der zu seinem hölzer-nen Bein die Stelle eines dritten oder Hilf-Fußes vertrat:Führtdie Teufelsbrut dahinten nicht ein Wesen, als stürzten uns die zweischwarze» Thürmc der Katharincnkirchc über dem Kopf zusammen?Haltet euch still, ihr Speckhusare», oder ich Han' euch zusammen,daß die Stücke davon fliegen!"

Die Buben verlängerten alle voll edler Wissbegierde die Hälse,um den Schlund zu erblicken, ans welchem die furchtbare Stimmehcrvordonnerte. Einige hatten gute Lust, zu kichern und den un-gebetenen Znchtmeister zu necken, nach ihrer Weise; aber den meistenverging doch die Begierde beim Anblick des gewaltigen Knoteustocksund des erschreckliche» Bärengesichts, Das war ein Kopf, zwischenzwei breite» Schultern, der auch handfestere Gegner erschreckenkonnte, Ein starkknochiges, braunes Gesicht, mit grosser, spitzerHabichtsnase, wandte sich in drohendem Stolz bald rechts, baldlinks. Ein grauschwarzcr Schnurrbart hing über nnd seitwärts demMunde, und zwei schwarze Angen blitzten fürchterlich hinter übcr-hangendcn eisgrauen Augenbraunen hervor, wie die stechendenSonnenstrahlen zwischen pechfarbenen Gewitterwolken.

Zsch, Nov. VIII. 10"