Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
304
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wahrgenommen; zum Beispiel, wie derselbe nachdenkend gewesensei, oder mit wem er eben gesprochen, oder wie er ausgespuckt,oder wie er beim Grüßen den Hut angegriffen habe. Damals galtein Monarch noch für ein Wese» höherer Natur, wie ein Erbstatt-halter des ewigen Schicksals, wie eine Nationalgottheit in wirk-licher Menschengestalt. Noch wagte Niemand, die Göttlichkeit einesgekrönten Hauptes zu bezweifeln, als etwa der Kammerdiener,Edelknabe, Leibhusar, Hofmcdikus, oder wer sonst mit den mensch-lichen Schwachheiten der Potentaten in unmittelbare Berührunggcrathen war.

Wie Bäche und Nebenflüsse ihre nnrnhigcn Wellen in das weiteWogengebrause eines Hauptstroms ergießen, so spien jetzt die engen,zahlreichen Seitengassen ihreBcvölkcrnng, bald zu einzelnen Schwär-men, bald zu langen Zügen, in die belebte Hauptstraße der Stadt,der breite Weg genannt. Diese Straße, von unregelmäßiger Bau-art und ungleicher Breite, mit alten und neuen, hohen und nied-rigen Gebäuden und Kirche» besetzt, erstreckt stch in einigen Krüm-mungen über eine Viertelstunde lang von einem Thor zum andern.Neberall sah man die Fenster in sämmtlichen Stockwerken mit neu-gierigen Zuschauern erfüllt, denen das Menschcngcwimmel drunteneinen nicht minder ergötzlichen Anblick gewährte, als sie selber die-sen hinwieder einen reichen Stoff zur Verwunderung oder zu scherz-haften Bemerkungen oder neugierigen Forschungen boten.

Je näher der Augenblick trat, da der König erscheinen sollte,je mehr verminderte sich das anfangs rege Dnrcheinanderirren derMenschenmenge. DaS unförmliche Gcwirre trennte stch zu beidenSeiten des breiten Weges, und das Vielbewegliche erstarrte zu ein-zelnen festen Volkshaufe», oder Gruppen, je nachdem man sich,durch Zufall mit Freunden oder Fremden zusainmengcstellt, anseinem vortheilhafte» Platze befand.

In einem dieser Haufen, der sich Kopf über Kopf amphitheatra-