Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
249
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einer halben Stunde abbcruscn ward, bei ihrer Nichte znrückgelasscnwar. Diese Gesellschafterin nämlich bat nm die Erlanbniß derGräfin, sich'eines Geschäftes wegen entfernen zu können. OhneZweifel wußte sic aus eigener Erfahrung, daß unter drei Personenschlechterdings immer, zum Behnf eines verständigen und zusammen-hängenden Gesprächs, eine Person zu viel sei.

„Ich muß Sie mir nur ein wenig näher betrachten, jungerHerr!" sagte Beatrice und musterte mit schelmischen Augen ihrenBegleiter seitwärts vom Kopf zu Fuß: „Wie haben Sie cs an-gcstellt, mich bei Ihrem Eintritt in den Garten um mein bische»Besinnung zu bringen? Ich stieß, als ich Sic erblickte, in derBestürzung einen Schrei oder Seufzer aus, daß die erschrockeneMarchcsana ihre beiden Acskulape» von Messina zu Hilfe rufenwollte. Ach, Fortunato, ist'S am Ende wohlgethau, länger i»Ihrer gefährlichen Nähe zu athmcn, wenn Sie Soldat werden,wenn Sie nach Malta gehen wollen?"

— Und war cs wohlgethau, mir in Sciglio nicht mehr alsmein Eecchino, sondern im blendenden Glanze dieser weiblichenSchönheit zu erscheinen?.— versetzte FortuuatuS: Ich dars nichtmehr zu Ihnen aufblickcn. Indessen eine Wvhllhat haben Sie mirheut' gewähre» wollen. Ich danke Ihnen für das Bild. Wenn meinGcdächtniß zum Besten dieses kranken Herzens auch nur ein wenigschwächer wäre, so würde mir das Gemälde ein Kühlmittel in derFieberglnth werden können.

„Ich verstehe Sie aber nicht, Signor Fortunato. Man hat mirebenfalls gesagt, ich sei vom Maler geschmeichelt. Sie finden dasMachwerk nicht ähnlich?"

— Den Holzschnitt ähnlich? Kein wahrer Künstler malt eineSonne an den Himmel, sic wird ihm stets zum Teller. Wie konnteder Tropf es wagen, Sie zu malen, wenn er den Pinsel nicht-inStrahlen tauchen konnte? Ich danke Ihnen für das Kühlmittel.