Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
140
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— laO —

„Der Nnhm Ihrer Klugheit, Signor Cavalicre, ist weltkun-dig. Erzählen Sie, mit welcher Lisi Sie zur Marchcsa gelaugten?Ich brenne vor Begierde, Ihre Thatcn zu bewundern. Warumbrachten Sie den Pietro Marucca nicht mit stch her?"

— Pietro? Ho, der dient unter den Fahne» des tollen Can-ecllieri und fährt im Lande herum, oder im Lande der Todtcn.

„Wo sahen Sie den Cancellieri? Sic meine» den Vivcnzio?"

— Ja, den wüthendeu, tollen Hund! Graf Ribera ist nebendem ein heiliger Engel; aber freilich ein blinder Der rasendeCancellieri führt ihn, wie der Hund den augenlosen Herrn. ImGrunde sind stc Alle blind. Sie wissen nicht, daß sie mir indie Hände arbeiten und immer mir. Sobald ich mit Maruccanach Reggio kam-

„Nm GottcSwillcn, nachNeggio? Ich befahl nachScigliv!"

— Sciglio? Warum? Die Dinge haben längst geändert. DerPrinz von Hessen-PhilippSthal hat, von Messina herüber, 6000oder 8000 Sizilianer in Reggio ausgeschifft. Vorn schwärmten zuTaufenden calabrcsischc und sizilianische Bauern. Still, ganz still!sag' ich. Alles ist von mir, ich sage, von mir angcstcllt. DieLeute wissen nicht, wer ich bin. Geduld! in wenigen Tage» sinddie wilden Banden bei uns in Gerace. Ich lasse sie kommen.

„Also der Prinz von Hessen-Philippsthal wirklich schon inReggio?"

— Weiter, weiter! schon in Scminara. Die Franzoscn könnennicht Stand halten; laufen wie Hasen vor Windhunden. Weiter,weiter! der Prinz steht schon zu Gioja, zu Nicotera. Weiter,weiter! er marschirt gegen Mileto. Mit den Franzosen ist'S aus!König Joseph packt ein. Ferdinand und Karolina in Palermo sindreisefertig, ihren Einzug in Neapel zu halten. Aber, merken Siesich'S, junger Herr: Keine Rechnung ohne Wirth! Mehr sag' ichnicht. Gewige Leute, wohl verstanden, gewisse Leute, werden dem