Zaun und stund er im Gärtchen. Asperlin's Braut kam einen Au-genblick später. Sie führte ihn in eine Gartenlaube, und schloßseine Hand in die ihrige und sagte: „Lieber Olivier, Sie habenmehrmals geschworen, für mein Glück Alles zu opfern."
— Ich bin Mann pon Wort.
„Sie wollen?
— Ja. Stellen Sie mich auf die Probe. Ich springe in denTod, wenn Sie wollen.
„Gut. So erklär' Ich Ihnen, daß ich AsperlinS Gemahlinnicht werde."
— Jst'S möglich? Warum gaben Sie die Verlobung zn?
„Lassen Sie das für den Augenblick gut sein. Hören Sic.Meine Acltcrn opfern mich ohne Erbarmen den Neichthümern desHerrn von Bavois auf. Ich habe keine Aeltcrn mehr. Ich steheallein. Die angedrohte Vermählung ist »naufschicblich. Morgenverlasse ich heimlich dies Haus und La Sarraz. Ich habe inFrankreich Verwandte. Wolle» Sie mich begleiten? Meine bestenSachen sind schon acht Tage voraus."
Olivier erschrak, aber ohne Bedenken sprach er sein Ja.
Da fühlte er sich von Helcncns Armen umfangen, und ihreLippen im heißen Knßc aus seinen Lippen. Er war berauscht.WaS hätte er für diesen Kuß nicht gewagt! Die ganze, so langeund mühselig unterdrückte Gluth seiner Leidenschaft schlug unge-stüm in Heller Flamme auf. Helena aber drängte ihn sanft zurückund sprach: „Schicke» Sie Ihre Knechte noch diese Nacht auf demWege nach Jougne voraus. Morgen um zehn Uhr Nachts erwar-ten Sie mich am Kreuzwege vor dem ober» Thor; sorgen Sie fürein Pferd für mich, das sicher geht."
Er wollte antworten, aber Helena war mit dem letzten Wortesortgcflogcn.
Olivier ging selig über den Zaun zurück, und vollzog die un-