Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
29
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nach La Sarraz aufmachte, wo cr ini Hause von Helenens Aeltern,als künftiger Schwiegersohn, wohnte.

Die erste Zusammenkunft zwischen Olivier und Asperliu war,wie stch denke» läßt. Die Herren gingen mit kalter Höflichkeitum einander herum, Bride ihatcn, als hätten ste stch noch niegekannt oder gesehen, Helene behandelte den ihr bestimmten Ge-mahl mit stolzer Kälte, und legte es darauf an, ihn durch jedeArt von Beleidigung znrückzuschrccken. Alle Vorwürfe ihrer Aelternfruchteten nichts. Aber auch Asperliu machte sich aus dem wider-spenstigen Betragen des närrische» Mädchens nichts. Er sagte ohneUmstände:Einmal Hochzeit gehalten, nnd der ganze Handel stehtanders," Die Aeltern waren ebenfalls der Meinung, und in ihrerArt so eigensinnig, wie es die Tochter auf andere Art war. Wiesehr auch Helena sich sträuben wollte, wie sic weinen, bitten, dro-hen mochte die förmliche Verlobung mit Herrn Asperliu wardvollbracht, und Helena mußte sich gefallen lassen, als Braut desObcrherrn, die Glückwünsche des ganzen Städtchens anzunchmcn.

Niemand litt dabei mehr, als Olivier, Er schwor, zu ihrerRettung Alles anfzuopscr». Er fragte sic in seiner Verzweiflungsogar, ob er sie mit Gewalt befreien, und den elenden Asperliu,mit welchem cr ohnehin noch einen alten Handel abzuthu» habe,aus der Welt schaffen sollte? Sie antwortete ruhig:Es istnicht der, Mühe Werth, Das Glück hat Launen, Sie könnten sichverrechnen, und wider Erwarten das Loos ziehe», welches Sieihm zudcnkcn," Olivier erstaunte über eine Antwort, die cr an,wenigsten erwartet hatte.

In der That hatte cr Ursache zu erstaunen. Denn seit demVerlobungstag war wirklich eine Veränderung mit dem Mädchenvorgegangen, die von Jedermann bemerkt nnd besonders von de»Aeltern mit Wohlgefallen angesehen wurde. Zwar äußerte sich He-lena als Braut gegen ihren Verlobten nicht gütiger, als vorher;