Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
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Das verstand sich von selbst unter NachbarSlenten. Wohin sollteinan in der kleinen Stadt, ohne beständig ans einander zn treffen?Man gab sich also gegenseitige Mahlzeiten, machte mit einandergemeinschaftliche Spaziergänge und kleine Luftfahrten. Natürlich,die Gegenden, wo einst der Krieg mit den Zicgcnhcerden geführtwo«dcn war, blieben dabei nicht vergessen. Auch Helena machtediesen Gang zur Feier angenehmer Erinnerungen mit, jedoch seinehrbar in Gesellschaft von Wetter», Muhmen und Basen.

Merkwürdig war, daß sich bei diesen Spaziergängen das alteBcrhäliniß gewöhnlich wiederholte, welches schon in den Kindcr-jahren stattgefundcn. Wenn nämlich Olivicr Helenen hinaussührte,gerieth sie zuletzt durch eine Verkettung von Zufällen immer anCugny's Arm. Wandelten die beide» aber beisammen, so ver-gaßen sie Olivicr, Gesellschaft, Weg und Steg, und cs war ihnenzu Muth, als gingen sic beide allein über den Erdball spazieren.

Schon als sie zum ersten Mal hinausgcgangeu waren, dieSchlachtfelder der Kindcrzeit zu betrachten, und im Gebüsche, siewußten selbst nicht wohin, sich verloren hatten, sagte Cugny mitInnigkeit, indem er HclencnS Hand an seine Brust drückte:Ach,warum dürfen wir nicht mehr Kinder sein! Wissen Sie, Fräulein,wie glücklich wir damals auf diesen Stellen waren? Damals machteich Sie immer zur Gefangenen. Nun hat sich Alles verkehrt. Ichfühle, Sie machen mich zum Gefangenen."

Wenn ich das könnte, Cugny," sagte Helene hoch erglühend,so dürsten Sic nicht gekommen sein, um sogleich wieder zu ver-schwinden."

Vielleicht, schöne Helena, wäre es besser, ich wäre nie ge-kommen."

Vielleicht, lieber Cugny? Nein, warum denn? Besser, Siesind gekommen. Man wohnt nur einmal unterm Himmel. Wasliegt hiniennach am Schmerz? Man zahlt keine Freude zu thcuer! "