Druckschrift 
19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
469
Einzelbild herunterladen
 

beleidigten Selbstliebe und seiner Feindschaft gegen einenglücklichen Nebenbuhler, bewog Carl, die Familie früh zu ver-lassen, und eine einsame Allee aufzusuchen, wo er wieHerkules an den Scheidewegen zur Tugend und zum Ver-gnügen bald auf die Stimme der Vernunft und bald aufdie einer leidenschaftlichen Thorheit hörte.

Die Vernunft stellte ihm die Wichtigkeit seines eigenenLebens zur weiteren Fortsetzung des großen Unternehmensvor, das ihm für jetzt mißglückte nämlich die Wiederher-stellung der Monarchie in England, die Wiedererbauung desThrones, das Erlangen der Krone seines Vaters, die Rachefür seinen Tod, und die Zurückführung der zahlreichen Ver-bannten, die wegen ihrer Anhänglichkeit an seine Sache inArmuth und Verbannung schmachteten, zu ihren vorigen Gü-tern und in ihr Vaterland.

Auch der Stolz, oder vielmehr ein gerechtes und natür-liches Gefühl von Würde, zeigte ihm, wie unwürdig es voneinem Fürsten sei, sich mit einem Unterthan in persönlichenZweikampf einzulassen, und wie lächerlich es sein Andenkenmachen würde, wenn er sein Leben in einem Liebeshaudeldurch die Hand eines Privatmanns verlieren würde. WaSwürden seine weisen Raihgeber, Nicolas und Hyde waswürde sein gütiger, weiser Erzieher, der Markts von Hert-ford, zu so einer voreiligen und thörichten Handlung sagen?Würde cs nicht die vernünftigsten und einsichtsvollsten Perso-nen der königlichen Sache abwendig machen; denn wofür soll-ten sie ihr Leben und ihre Güter wagen, um einen jungenMann, der seine eigene Leidenschaft nicht beherrschen konnte,zur Herrschaft des Königreichs zu erheben? Dazu kam nochdie Betrachtung, daß selbst ein glücklicher Erfolg seiner Flucht,die schon ohnedieß so schwierig war, neue Hindernisse in den