468
„Sir," sagte der Royalist (denn zu dieser Zeit waren sosonderbare Höflichkeitsbezeugungen im Gebrauch, auch warWildrake nicht so delikat, viel darüber zu streiten), „ich mußIhnen schon wieder danken Aber ich sehe nicht wohl ein, wieeS sich mit meiner Ehre verträgt, es anzunehmen, wenn Siemich nicht begleiten und mittrinken."
„Ich muß mich entschuldigen, Sir," erwiedcrte Carl, „meineSicherheit befiehlt mir, sür jetzt allein zu bleiben."
„Genug gesagt," bemerkte Wildrake, „aber wir Royalistendürfen nicht viel Umstände machen. Ich sehe, Sir, Sie ver-stehen das Soldatenrecht — wenn ein schlanker Bursche Geldim Beutel hat, so darf der andere nicht durstig sein. Ichwünsche Ihnen, Sir, ferner Gesundheit und Glück bis morgenum s Uhr bei der Königs-Eiche."
„Leben Sie wohl, Sir," sagte der König, als Wildrakehinabging und das Lied pfiff: ,He da. Cavaliere,' zu welcherArie sein langes, gegen Treppe und Geländer klapperndesSchwert kein unpassendes Accompagnement war. „Lebe wohl,du nur zu wahres Muster des Zustandes — wohin Krieg,Niederlage und Verzweiflung so manchen wackeren Mann ge-bracht hat."
Im Verlaus des Tages begab sich nichts BemerkenSwcr-Ihes; Alexis vermied sorgfältig, sich gegen den verkleidetenFürsten fremd oder zurückgezogen zu stellen, damit ihr Vateroder sonst Jemand es nicht bemerke. Dem äußern Anscheinnach schienen die beiden jungen Leute immer noch in jederHinficht auf demselben Fuß zu stehen. Doch machte sie esihm bemerklich, daß diese anscheinende Vertraulichkeit nur an-genommen sei, um den Anstand zu retten, aber keineswegsdie Strenge zurücknehmen sollte, mit welcher sie seinen An-trag verworfen hatte. Dieses Gefühl, verbunden mit seiner