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19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
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V!

ein unschuldiges, einfaches Gemüth zur Schüchternheit undZurückgezogenheit gegen das männliche Geschlecht im Allge-meinen verleitet, hatte doch in ihrem Busen durchauskeine Unruhe erzeugt. Sie waren nahe verwandt, und Eve-rard, obgleich selbst noch ein Jüngling, war doch um einigeJahre älter als sie, und von ihrer frühesten Jugend an so-wohl ein Gegenstand ihrer Achtung als ihrer Zuneigung. Alsihre frühe kindliche Vertraulichkeit zu jugendlicher cingestande-ner und crwiedertcr Liebe reifte, so war sie dennoch immer-hin in einigen leichten Schattirungen von der Leidenschaft ver-schieden, die zwischen Liebenden besteht, die, ursprünglich fremd,erst durch die gewöhnliche Weise der Bekanntschaft vereinigtwerden. Ihre Liebe war zärtlicher, vertraulicher, zutrauens-vollcr, auch vielleicht reiner und freier von Aufwallungen lei-denschaftlicher Heftigkeit, oder ahnungsvoller Eifersucht.

Die Möglichkeit, daß Jemand es versuchen sollte, den Eve-rard aus ihrer Neigung zu verdrängen, war ein Gegenstand,der Aleris nie einfiel; und daß dieser sonderbare, schottische,junge Mann, mit dem sie über seine Witze und über densie wegen seiner Eigenheiten lachte, ein Gegenstand der Ge-fahr sein könnte, kam ihr nie in Gedanken. Die Art derVertraulichkeit, zu der sie Kerneguy zuließ, war dieselbe, mitwelcher sie eine Freundin ihres eigenen Geschlechtes gewürdigthätte, deren Betragen sie nicht immer gut hieß, aber derenGesellschaft sie unterhaltend fand.

Es war natürlich, daß die Ungezwungenheit in dem Be-tragen der Alexis, welche ihren Grund in der vollkommenstenGleichgültigkeit hatte, in der Meinung des königlichen Wüst-lings für eine Aufmunterung galt, und daß der Entschluß,den er gefaßt hatte, die Gastfreundschaft zu Woodstock nicht