Druckschrift 
19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
389
Einzelbild herunterladen
 

Phantasicgemälde, so mußt du dir einen Künstler suchen, wel-cher mehr Einbildungskraft besitzt, als ich."

So will ich der Künstler selbst sein," sagte Aleris,undin meinem Bilde soll unser Monarch sich darstellen, wie ersein sollte bei seiner hohen Würde wie er sein muß beiseinem tiefen Fall so wie er gewißlich ist und wie jedesgetreue Herz im Königreiche ihn halten soll."

Gut gesagt," sprach der alte Ritter. »Sieh' auf diesesBild und auf jenes! Hier unser junger Freund soll urthei-len. Ich wette mein bestes Pferd (das heißt, ich würde cswetten, wenn ich noch eines hätte), daß sich Alexis als derbessere Maler bewährt. Ich glaube, das Gehirn meines Soh-nes ist seit seiner Niederlage immer noch benebelt er hatden Staub von Worcesier noch nicht herausgeklopft. Ei,schäme dich! Ein junger Mann und niedergeschlagen zu sein,weil er einmal unterlag! Wär'st du, wie ich, zwanzigmal ge-schlagen worden, dann dürftest du so ernst auSsehen. Aberkomm', Aleris, die Farben find auf deinem Pallete gemischtbringe ein Vandikartiges, lebenskräftiges Bild hervor, undstelle cs neben die trockene Darstellung unseres Ahnen VictorLee."

Man muß hier bemerken, daß Aleris von ihrem Vater inden Principien des höchsten, fast übertriebenen RoyaliSmuserzogen worden war, welchem sich die Ritter Hingaben, unddaß sie wirklich eine Schwärmerin für die königliche Sachewar. Uebcrdieß war sie wegen der glücklichen Zurückkunftihres Bruders bei guter Laune, und wünschte die Fröhlichkeitihres Vaters zu verlängern, da dieser schon in langer Zeitnicht so glückselig war.

In Gottes Namen," sagte sie,obgleich ich kein ApelleSbin, will ich es doch versuchen, einen Alexander zu maien, so