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19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
211
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dienst dieser Sekte von der Familie seines Oheims zu Wood-stock gehalten wurde, wieder mit derselben aus; denn in denZeiten ihres Glückes hielten sie gewöhnlich einen Caplan fürdiesen besondern Zweck.

So tief nun auch die Verehrung war, mit welcher er demeindrucksvollen Gottesdienste der Kirche zuhörte, so konntensich doch Everard's Augen nicht enthalten, zuweilen nach sei-ner Alexis hinzublicken, und seine Gedanken sich auf die Ur-sache seiner Anwesenheit zu richten. Das Fräulein schien ihnplötzlich zu erkennen, denn eine ungewöhnliche Rothe überflogihre Wangen, ihre Finger zitterten, als sie die Blätter ihresGebetbuches umwandte, und ihre Stimme, welche eben nochfest und wohltönend war, versagte ihr, als fle die Responsenwiederholte. Es kam dem Everard vor, als habe sich derCharakter ihrer Schönheit sowohl, als der ihrer äußern Ge-stalt mir ihrem Glücközustande verändert.

Die schöne, adeliche, junge Dame näherte sich nun in ihrerKleidung einem gewöhnlichen Landmädchen; aber was sie anFröhlichkeit des Ansehens verloren hatte, hatte sie, wie esschien, an Würde gewonnen. Ihre schönen blonden Zöpfewaren um ihren Kopf gewunden, und die natürlich herabfal-lenden Locken verlieben ihr das einfache Ansehen, welches ihrfehlte, als ihr Kopsputz die Fertigkeit einer geschickten Haar-künstlerin zeigte. Ein leichter, fröhlicher Zug, welcher fastetwas humoristisches verrieth, und das Vergnügen zu suchenschien, war den Spuren des Kummers gewichen, und eineruhige Schwermut-, welche es für ihren Beruf hielt, Anderezu trösten, nahm seine Stelle ein. Vielleicht hatte sich ihrGeliebter jenes scherzhaften, obgleich unschuldigen Zuges er-innert, als er glaubte, Aleris habe bei den Beunruhigungenim Jägerdause eine Rolle gespielt. Nun aber schämte er sich