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19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
198
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Das melancholische, zweifelhaft dämmernde Licht ward durcheine Menge Rankenpflanzen noch vergrößert, welche, da indiesen alten Hallen Alles vernachläßigt worden war, nun dasGitter völlig überwachsen, und bald den Raum, welchen das-selbe übrig ließ, zum Theil bald ganz verdunkelten. Auf derandern Seite waren gar keine Fenster, und die Gallerte wareinst mit Gemälden bedeckt, welche den Mangel ersetzten. Diemeisten davon waren weggenommcn, doch konnte man immernoch bei den einen die leeren Rahmen, und bei den anderendie zerstückelten Ueberbleibsel in der Ausdehnung der weitenGallerte bemerken. Diese sah so öde aus, und begünstigteüberdies Jrrthümer so leicht, da man glauben konnte, manhabe Feinde in der Nähe, daß Evcrard sich nicht enthaltenkonnte, am Eingänge stille zu stehen, und seine Seele Gottzu empfehlen, che er mit gezogenem Schwert in das Zimmerging, so leicht als möglich auftrat, und sich so viel wie mög-lich im Schatten hielt.

Markham Everard war keineswegs abergläubisch, dochwar er der natürlichen Leichtgläubigkeit seiner Zeit nicht ent-gangen; und obgleich er nicht leicht an überirdische Erschei-nungen glaubte, so konnte er sich doch des Gedankens nichterwehren, daß, wenn solche Dinge je stattfinden, er sich inder Lage befinde, wo man sie am sichersten erwarten dürfe.Mit diesen unangenehmen Gefühlen und sich der Nachbarschafteines ungünstig gesinnten Wesens bewußt, war Oberst Everardschon bis in die Hälfte der Gallerte gedrungen, als er nahebei sich einen Seufzer vernahm und eine leise, liebliche Stimmeseinen Namen aussprach.

Da bin ich," erwiederte er, während sein Herz hoch undlaut schlug.Wer ruft den Markham Everard?"

Ein zweiter Seufzer war die einzige Antwort.