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selbst zu täuschen, daß wahrscheinlich weder Cromwell nochdiejenigen, welche, wie er, für fromm und heilig gelten woll-ten, den Punkt genau hätten bestimmen können, wo Schwär-merei und Heuchelei sich berührte, wo diese endete und wojene anfing. Die Religiosität ihres Gemüthes hatte keinefesten Schranken, sondern sie schwankte mit ihren äußerenUmständen je nach dem Fallen oder Steigen ihres Glückesoder ihres Unglückes, mit ihrem Muthe oder ihrer Muth-lvsigkeit.
So war also der Charakter des hochberühmten Mannes,der sich bei den Worten des Korporals umwandte, Wildrakenmit seinen Blicken zu durchdringen schien, aber an seinemAeußercn so wenig Wohlgefallen fand, daß er, ohne sich des-sen recht bewußt zu sein, den Degen rückte, um ihn um soleichter fassen zu können. Dann aber schien er seinen Arg-wohn zu beseitigen oder hielt Vorsicht unter seiner Würde;er hüllte sich in seinen Mantel und frug den Cavalier, werer wäre und woher er käme?"
„Ein armer Gentleman, Mylord," antwortete Wildrake,„der eben von Woodstock kommt."
„Nun, was bringt Ihr denn, Herr Gentleman?" sagteCromwell, indem er das Wort scharf betonte. „Ich habe vieleLeute gekannt, die sich diesen Titel zucigneten, und sich den-noch nichts weniger als weise und aufrichtig betrugen; dochwar Gentleman ein recht ehrenvoller Titel in Alt-England,als man noch wußte, was es bedeuten sollte."
„Sie reden ganz wahr, Mylord," antwortete Wildrake,indem er mit Mühe seine gewöhnlichen heftigen Redensartenunterdrückte. „Vor Alters fand man Gentleman an den Orten,wo sie hin gehörten, aber jetzt hat sich die Welt so geändert,