74
ein, daß ich Sie zu sprechen wünschte, nicht allein um desFräuleins willen, sondern vorzüglich wegen Ihren eigenen An-gelegenheiten. Zerstörung schwebt über Ihnen, und ist ebenim Begriff, ihre Flügel zu senken, und Sie mit ihren Krallenzu ergreifen. — Ja, Herr, sehen Sie mich so verächtlich an,wie Sie wollen, so ist es; und um das Fräulein und Sie zubeschützen, kam ich hicher."
„Sie schlagen also mein Geschenk aus," sagte Sir HenryLee; „oder glauben Sie vielleicht, es ruheten zu schwere Be-dingungen darauf?"
„O, der Schande! schämen Sie sich, Sir Henry," sagteEverard, der jetzt ebenfalls in Hitze gerieth; „haben denn diepolitischen Vorurtheilc alles Vatergefühl so ganz in IhremBusen erstickt, daß Sie mit bitt'rem Spott und Hohn vonder Ehre Ihrer eignen Tochter sprechen können? — Erhebedein Aug', schöne Aleris, und sage deinem Vater, daß er inseinem schwärmerischen Eisergeist von dem Wege der Naturabgewichen ist. Sie mögen cs wissen, Sir Henry, daß, wennich gleich die Hand Ihrer Tochter einem jeden Segen vor-ziehen würde, mit dem der Himmel mich begnadigen wollte,so würde ich sie doch nicht annehmen — mein Gewissen würdees nicht zugcben — wenn ich wüßte, daß es sie ihren Wich-ten gegen Sie entzöge."
„Sie sind ja gar zu gewissenhaft, junger Mann; — lassenSie sich Ihren Zweifel von irgend einem ketzerischen Rabbilösen, und er, der alles mitnimmt, was in sein Netz kömmt,wird Sie belehren, daß es eine Sünde gegen das Geschick,ist, eine freiwillig dargebotene Gabe zurückzuweisen."
„Ja, wenn sie freiwillig dargebracht und gütig angebotenwird, aber nicht, wenn das Anerbieten mit Spott und Hohngeschieht. Lebe wohl, Aleris — wenn etwas den Wunsch in