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Nutzen, was Bruggs mordliche Verwüstung gebieten. Wenn icheinen Drachen ertappe, soll mich das Erbarmen mit einem GotteS-geschöpf nicht weich, die Klugheit nicht feige machen. Ich sollihn tödten, und müßt' ich im Kampfe gegen ihn mit umkommen.Nitterehre versperrt mir die Flucht, und meine Schuld gegen einebedrohte Welt untersagt mir das Erbarmen. Es ist aber nun ge-schehen. Ich bin von ihm blutig beleidigt worden, er hat widerdiese Heilige blutig gesündigt: dafür soll er mir zu anderer Zeitblutig abbüßen.
„Gott ist groß!" rief der Lollhard: „Ist der Sünder ohneHoffnung an die Sünde verloren und zum Tode reif, wahrlich,er wird dem Arm des göttlichen Zorngerichts nimmer entrinnen.Sprechet nicht von Ehre, und Pflichten der Ehre, im Sinne derWelt, und täuschet Euch nicht in abergläubiger Furcht vor diesemsclbstgeschaffenen Götzen der Barbaren. Die Ehre dieser Welt istdes Teufels Strick, mit dem er die Menschheit festhält, daß siesich zu den göttlichen Höhen nicht aufschwinge."
„Vergiß, vergiß, edler Freund!" seufzte Veronika mit still-trauerndem Blick aus Gangolf, und glich, in der Wehmuth ihresAntlitzes, einem Engel, welcher über den drohenden Fall seinesLieblings klagt, dessen Schntzgcist er ist: „Vergiß und vergib:O wie wird's dir so schwer, höher zu stehen, als die Welt mitihre» Vorurtheilcn und Leidenschaften, als das Leben mit seinenThorheiten! Willst du mich entfernen und verstoßen, edler Gan-golf? O was muß ich denn geben, um dein Herz loSznkausen vonder Rache?"
Gritli legte ihren Arm um die Beguttc und ihr freundlichesGesicht an die Achsel derselben, indem sie schelmisch zu ihr hin-aufflüsterte : „Ich wüßte den Preis wohl!" Veronika senkte einenlächelnd strafenden Blick auf die Gefährtin, wie eine Mutter aufihr muthwilliges Kind.