Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
380
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gemäßen Einwendungen mit der feurigsten Beredsamkeit vertrug.Beronika wußte noch beredter mit wenigen Worte» zurückzuweisen.Es war umsonst, daß er betheuerte, ihre Entfernung werde alleFreuden seines Daseins tödten. Eben dies billigte und pries sie,weil er nur so, den Reizen des Lebens absterbend, Leben und Todals einerlei anschen und ganz Gott gehörend sein würde. Er riefzuletzt sogar die Begleiterin Veronika's zu Hilfe, die bisher, alsstumme, doch aufmerksame Hörerin, durchs Fenster nach den Sterne»über den schwarzen Gebirgszacken gesehen hatte. Er erzählte, wieeiner Vertrauten und Schwester, seinen ganzen Lebenslauf, seineLiebe und seine Leiden, und ermahnte sie, Recht zu sprechen indiesen Dingen. Gritli hörte denJüngling mit vieler Andacht; nahmdann schmeichelnd in ihre beide» Hände die Hand der Begutte,und schmiegte sich an die Freundin mit einem Seufzer, ohne einWörtchen zu sagen. So blieb er sein eigener Sachwalter, aberVeronika in ihrem heiligen Sinne unwandelbar.

Anderthalb Stunde» waren bald in solchen Unterhaltungen,wie anderthalb Minuten, verstvssen, und die Väter im untern Zim-mer mit dem Freiherrn von Falkenstein ganz vergessen worden, alssich die Thür öffnete. Jsenhofer trat mit heiterer Miene hereinund rief: Kommet, jetzt ist's in Ordnung! Alles abgetha» undberichtigt."

Mehr mit dem beschäftigt, was eben geschehe» und geredetwar, als mit dem, was kommen sollte, folgten die Drei demFührer schweigend in den Speisesaal. Gangolf sah da, mit Er-staunen, den Freiherrn entfesselt umhergehen. Auf dem Tische stan-den Feder und Dinte, »eben einem von JsenhoferS Hand übcr-schriebencn Pergamentblatt. Der Lollhard schlug eben seine Armeum den tiefbewegten alten Rüdiger und sagte:Nun, Bruder,du hast ein löblich Werk vollbracht und deine Seele geheiligt!"

Gangolfs Blicke verfolgten befremdend den freigelasscnen Land-