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Veronika hatte schon die Arme und sich selbst weit von dem Jüng-ling zurückgezogen, und stand, eine Uebereilung ihres Schreckensbereuend, mit niedergeschlagenen Augen vor ihm. Als er aber seinemVater Gehorsam verweigern wollte, sah sie wieder flehentlich zuihm auf, und sprach: „O edler Herr! Ihr dürfet nicht bleiben indiesem Saale."
Der Jüngling, dessen Zorn vorhin durch die überraschende Hand-lung der, schönen Begutte bezwungen war, beugte sich jetzt umWeniges und sagte: „Ich gehorche." Er nahm schweigend einender Silberleuchter vom Tische und zündete den beiden Jungfrauenvor, eine Wendeltreppe höher, in das obere Gemach. Der Loll-hard blieb bei den Männern drunten.
„Ich danke Euch," sagte die Begutte, als sie ins Zimmertraten, zu Gangolf, indem sie ihn anlächelte: „Ihr »ahmet eingroßes Unglück von meinem Leben hinweg."
— Wie? erwicdcrte der junge Mann ein wenig betroffen: Wahr-lich, der Falkenstein, glaubte ich, könnte nie auf Euer Mitlciden,geschweige auf die Huld eines reinen Herzens, wie das Eurige,Anspruch machen. Und wenn ich aller seiner Verbrechen vergessenwürde, hat der Bösewicht nicht Euer» beklageiiswürdigcn Vatergefangen fortgeschleppt? Hat er nicht Eurer Freiheit, Eurer Ehrenachgcstellt, der Niederträchtige? Hat er nicht, der Vermessene,gewagt, Euch auf die blutigste Weise in meiner Gegenwart zubeschimpfen?
„Er ist ein Kind der Sünde; ja, er ist von Allem, was gött-lich in ihm und außer ihm ist, abgefallen!" antwortete Veronika:„Er ist im Schlamm der Welt untergcgangen, er hasset das Reine.Aber wir, wir haben nicht gesündigt! Seine Bosheit ist nichtunsere Bosheit. Wir bleiben frei und gottverwandt."
— Und wenn ihm das Schrecklichste gelungen wäre, Veronika,