Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
375
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daß ich das Gedächtniß Eurer Frevel an meinem Hause verliere.Und bin ich gleich Euer Gefangener durch Unvorsichtigkeit geworden,und möget Ihr mich morden: cs lebe» der Falkensteine genug,die Schmach meines Hauses in Euerm Blut abzuwaschen. EinBettler, und nichts mehr, wie Ihr, soll nicht ungestraft wagen,die Tochter der Falkensteine zu verstoßen, schimpflich."

Freiherr, mäßiget Euch. Nicht ich, wenn Zhr'S wissen wollet,Hab' Eure Nichte, sie hat mich verstoßen. DaS muß, das wirdsie Euch und der Welt und Gott bekennen.

Schweig, Bube!" schrie Herr Thomas, einem Rasenden ähn-lich und mit dem Fuße stampfend:Der Lohn soll dir werden,dir und deiner Hure von der Hard!"

Verruchter Bösewicht! fuhr Gangolf auf: Wen wagest du . .wen meinest du? . . .

Dich und deine ..."

Bei meinem Leben, das soll dein letztes Lästerwort sein!donnerte Gangolf, lief ein paar Schritte seitwärts, riß einen Degenvon der Wand und aus der Scheide. Alle im Saale schrien lautauf. Veronika, außer sich, flog herbei, warf sich an die Brustdes empörten Jünglings und hinderte ihn, gegen den Freiherrnzu gehen, indem sie in Angst und Zittern ihre Arme um seinenNacken schlang. Das lähmte den Ergrimmten.

Indem trat der greise Rüdiger mit ruhiger Würde hervor, undsprach zu seinem Sohn:Wirf das Schwert hin, Gangolf! Ichwerde hier mit Meister Jsenhofer bleiben, de» Freiherrn alleinsprechen, und sein Loos entscheiden. Verlaß dies Gemach. Führedie Jungfrauen in ein anderes. Ich will dich rufen lassen, wennes nöthig ist"'

Mein Herr Vater, gestattet, daß ich Euch nicht verlasse!sagte Gangolf, indem er den Degen fallen ließ: Ich werdeschweige» und Euch reden lassen.