— —
zeitiges Geschwätz, sonder» Antwort. Hast du diesen ehrwürdigenBruder hier (er zeigte ans de» Lollhard) an Thomas von Falken-stein verrathe» und auSgelicfcrt?
„Was ansgeliefert, alter Schatz? Nicht verrathe»; ich ließihn fahren, weil er nichts von dir und mir wissen wollte, nichtsvon Günther von der Weide. Mir an, dacht' ich und ließ ihnfahren, daß ihn der Drache in sein Nest zog. Ist seine Schuld!Aber Junkers schmucke Braut, nicht den Lollhard, begehrte derFalkenstei» zu besitzen. Die that ich warnen und rettete sic; dennJünkerlcin ist mir lieb. Und als der Falkenstein wollt' Aarau auS-brcnnen, da Hab' ich den Bluthund gewarnt vor dem Freihof,unterwegs, in der Wettcrnacht, wie er gegen die Stadt zog. DasHab' ich getha», schmuckes Goldsöhnchen; denn lieb Hab' ich dich.Suchte auch das verflogene Täubchen so lange, bis meine Leutesein Nestlein fanden. Der Falke war schon auf Täubchens Spur."
— Was? schrie Gangolf, Falkenstei» hatte Anschläge auf Aara»?Verdammte Vettel, und du konntest schweigen? Hättest du denMord sehen mögen, wie zu Brugg?
„Nun denn, Gvldkind, hast du mich bezahlt, dir alles zu sagen,was ich weiß? Mir au, wär' das Städtlcin angegangen, ich hättegelacht, denn cs hat es wohl verdient an mir. Haben meine Jungenhier nicht oft magern müssen, gefangen im Nothstall? Und darfich bei Tage hier auf der Straße wandeln, daß mir die SchuderSnicht auf den Hacken sitzen? Aber doch wär' ich mit in die Stadtgezogen und hätte dein wahrgenommcn, Goldsöhnchen. Kein Fadenam Kablet dein wäre gesengt worden, so lieb Hab' ich dich. Undgestern verkündete mir mein Ghyr: Junker Gangolf zieht zumFreihof heim! Husch ich zum Nest auf den Berg und dir das Täub-chen gebracht! Hab' ich mir Lohn verdient?"
Herr Rüdiger unterbrach das Weib mit härterer Stimme undsprach: „Schweig, gib andere Beweise für des Falkensteins Mord-