Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
366
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man, die Rache sei süß, aber süßer noch ist's, danken zu können.Ich bin einer Zigeunerin Schuldner. Sie brachte mir eine» Ring,Bruder Jörg, von dir zurück; durch sie wurdest du entdeckt.

Der Lolihard schüttelte das graue Haupt nud sprach:DenRing hat die Heidin wohl eher entwendet, als gefunden, und michselbst hat sie eher dem Falkensteiner, als dir, entdeckt nud über-antwortet. Nicht ihr, sondern Gott gebührt unser Loblied, deruuscrn Fuß wunderbar leitete durch die Finstcrniß der Zeit. Laßdie Heidin aber ziehen im Frieden und belohne sie nach deinemGewissen. Denn wer einem Sterblichen unverdienten Dank bringt,der danket nur Gott; so wie derjenige, welcher einen Menschenverfluchet, dem heilige» und unerforschliche» Rath der Vorsehungfluchet."

Die Fortsetzung dieses Gesprächs wurde nach einiger Zeit durchdas Eintreten der herbcigcbrachten Zlfcl unterbrochen Herr Rü-diger fand, bei ihrem Erscheinen, angemessen, dem Hofmeister zubefehlen, sich ans dem Saale zu entfernen. Er wollte wahrschein-lich nicht zu viel von des Hauses Geheimnissen laut werden lassen

Die Alte ließ ihre Spahcraugen schnell in der Runde der An-wesenden herumlanfcu, und trat dann mit einer Freundlichkeit, inder sic fast noch häßlicher, als im Zorn ward, dem Tisch näher.

Schön gemacht! Schön gemacht, Väterchen!" sagte sie mitgeläusiger Zunge, indem sic das hagere Gesicht gegen Herrn Rü-diger drehte:Alles beisammen! Siehst du? Der Herr von Endebei Günther von der Weide! Denk' an den Goldreif! Hab' ich meineSache gctha», alter Schatz? Und die schmucke Braut Hab' ich dirgebracht, Goldsöhnchen, weil du mir lieb bist! " sagte sie zu Gangolf,der beinah' so sehr, als Veronika, crröthete, während Zscnhofcrdie feine Nase in den Wcinbecher trinkend versteckte, um sein Lächelnunsichtbar zu machen.

Schweig', Alte! rief Herr Rüdiger: Ich begehre nicht un-