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5 (1851)
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Hälfte schwarz, ließ nicht nur die scharlachfarbene Einfassung desUnterrocks, sondern auch den schwarzen Lcderriemen sehen, welcherdie rothen Strumpfe unter den Knien geziemend festhielt.

Ihr Mägdlein, saget au, warum rufet ihr das Freihofen-Necht an? Was habt Ihr gesündigt, daß man Euch verfolgt?"sprach Herr Rüdiger Trüllercy mit angestammter Würde, und ohneseinen Wappenstuhl zu verlassen.

Die eine der Bäuerinnen verneigte sich mit einem seltenen An-stande, erhob das Antlitz gegen den Burgherrn und wollte reden.Aber die Worte versagten ihr plötzlich, als sie aufblickte; und,wie von einem Wunder gerührt, saß auch die ganze Tischgesell-schaft unbeweglich und stumm mit den Äugen zu der ländliche»Schönen gewandt. Meister Laugenhardt hatte das rechte Wortgetroffen. Es war eine Madonna in demüthigcr Banerntracht, unddoch auch in dieser Dcmuth eine unverkennbare Himmelskönigin.

Der Zauber, welcher die Todtenstille hervorbrachte, währte je-doch nur einen flüchtigen Augenblick. Denn Gangolf sprang vomSessel ans und rief:Veronika! " Und die junge Bäuerin kniete imgleichen Augenblick am Stuhl des Lollhards, legte die weißen Armeum den Greis und sagte freudig weinend:O, lieber Vater!"

Was gibt's denn?" rief Herr Rüdiger. Aber ihn hörte keiner,der antworten konnte. Denn der Lollhard hielt, erschüttert biszu Thränen, sein Kind lautlos in den Armen, und Gangolf, seit-wärts den Knienden, schien vom Erstaunen zur Bildsäule ver-wandelt zu sein.

Herr Rüdiger wiederholte sein:Was gibt's denn?" »och einigeMale vergebens. Er mußte sich gedulden, bis der erste Sturmeiner bis zum Schmerz gesteigerten Freude »erbrauset war. Dannführte der Lollhard selber die Jungfrau zum Lehnsessel des Rittersund sprach:Großes hat der Herr an mir gethan, er, der desWurmes im Staube gedenkt! Gelobt sei ewig sein Name! Siehe,