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„Drunten ist Unglück geschehen!" rief Herr Rüdiger mit Zei-chen ernsthafter Besorgniß.
— Ich werde untersuchen! sagte Gangolf, und wellte auf-stchcn; Zsenhofer zog ihn aber wieder z» seinem Sitz und bemerkte:Warum man das Ding so ernst nehme? Vermuthlich habe irgend eineEoa im wiederhergestellte» Paradiese zu hohe Bocksprüngc gemacht.
Man horchte von neuem. Es ward ein seltsames, dumpfesGetöse laut, das bald wieder verscholl, und welchem dann daslang anhaltende Schmerzensgeschrci, oder das erschütternde Ge-brüll einer Mannsstimme, folgte.
„Lassen wir uns nicht stören!" redete Jsenhoser zu: „DieLeute machen sich auf eigene Weise lustig; rohes Volk geht nichtzufrieden vom Wein, wenn es nicht blutige Nase» vor der Stirnmitnchmen kann, um sich wenigstens vierzehn Tage lang der ge-nossenen Ergötzlichkeit zu erinnern. Sic lieben buntes Angeden-ken; gönnen wir's den guten Leuten!"
— Ich glaub' es beinah, sie treiben Schlägerei, stimmte HerrRüdiger ein; also ein Süudenfall in JsenhoferS Paradies; mehrnicht. Still! Ich höre des Meisters Langenhardt Schritte aufder Stiege. Er wird gebührende Auskunft über die Schicksale derUnterwelt erstatten.
Wirklich trat der Hofmeister des Burgherrn, ein kugelrunderkleiner Mann, mit sehr verstörtem Gesicht herein, das sich Mühegab, die gehörige Ehrfurcht und Amtsmiene wieder zu suchen. Drei-mal verbeugte er sich, so tief er konnte, ohne ein Wort zu sprechen.
„Was gibt'S, Langenhardt?" redete ihn Herr Rüdiger an:„Machet ihr drunten Schädelproben? Sendet die Schlagsüchtigcnins Bett, wiewohl es noch früh ist, und haltet die Andern zumFrieden."
— Meine gnädigen Herren wollen geruhen, sagte der Hof-meister, und verstummte wieder, rieb sich die Stirn, als wenn