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Als Jscnhofer schwieg, herrschte unter den Zuhörern große Stille,Sie horchten gleichsam noch mit den Augen, die unoerwaudt anihm hingen,
„Also keiner dem Tode entronnen von den zwölshnndert from-men, tapfer» Männern?" sagte Herr Rüdiger,
— Ans der Wahlstatt haben die Baseler, antwortete Jscnhofer,noch zwciunddrcißig, voller Wunden, athmend gefunden. Flüchtigwar keiner geworden. Sagt' ich'S nicht, cs war zu einem Thorcn-stück ein weiser Schluß? Sie mußten sterben, mußten, nunsie cs so weit getrieben hatten, Ihre Leichen mußten die blu-tige Schwelle des Vaterlandes werden, sonst war' ihr Tagwerkein Thorenstreich geblieben, wie es mancher andere geblieben ist.Das aber zu leisten, dazu, beim Himmel, waren Männer von-nöthen, die Höheres kannten, als das Leben Sie zeigten auf derGrenze den Feinden vor sich, was ferner zu erwarten sein würde;und zeigten den Eidgenossen hinter sich, was sie zu thun hätten,ein freies Vaterland zu behaupten.
Jetzt war die Unterhaltung der Herren lebhafter. Der großeGegenstand begeisterte sie, wie er nach Jahrhunderten noch diestolzen Enkel begeistert. Man sah den Krieg schon jetzt so gut,als beendigt. Was vermochte der römische König, dem die Deut-schen selbst Beistand versagten, sobald der französische Hof sich vonihm trennte und Frieden mit den Eidgenossen einging? Das ab-trünnige Zürich mußte nun früh oder spät dem Bunde mit Oest-reich entsagen und der verzweifelnde Adel froh sein, wenn manihm nicht die letzten Burgen wegbrannte.
Gleichwie sich im Spciscsaal der Burg die lauten Stimmenvermengten, wo abwechselnd Herr Rüdiger seinem Sohne von denSchicksalen auf Grimmenstein erzählte, Jsenhofer seine Lieder an-stimmte, oder der Lollhard gar den Mund von neuen Weissagun-gen ertöne» ließ: ward es auch im Erdgeschoß am Tische leben-