Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
350
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jenem Feldstrcit brausen gegen einander wie Wellen, die sich selberverschlingen und wieder verschlungen werden."

— Wir lagen, unserer etwa Drei- bis Viertausend, vor derFarnsburg — so hob, nach mancherlei vorangcgangeucr Zwischcn-und Streltrcde, Meister Jsenhoscr zu seiner Rechtfertigung an zuerzählen —: drinnen saß der faule Fuchs Hans von Rechberg, undlachte nur in die Faust, wenn die Schweizer gegen das riesenhafteSchloß auf dem hohen GcbirgSscheitel anranntcn. Uns ward dieWeile lang; Felsen,, schroff wie Mauern, und Mauern, stark wieFelsen. Als aber die große Büchse der Stadt Basel mit vielemSchußbedarf und Gezeug anlangte, zog der Nechberg andere Saitenans und sprach von Uebergabe, mit Bedingung. Das ward nichtangehört. Eh' wir'S uns versahen, war er in einer finstern Nachtentwischt und hinüber zu den Franzosen; hatte Filz unter die Hufenseines RoffeS gewunden und sich also durchs Lager geschlichen. Wirsahen eine» Heustall auf dem nächsten Berge brennen; das wardden Scinigen in der Burg ein Zeichen, er sei glücklich entronnen.

„Das ist des Rechbcrgs Kunst, darin thut'S ihm Keiner gleich!"sagte Gangols: „Der öde Wicht ist allezeit mit Kopf und Fußgeschwinder, als mit dem Arm gewesen."

— Jählings kommt Geschrei, fuhr Jsenhoscr fort: der Dauphinziehe an mit »»zählbarer Macht von Mümpelgard, durch den Snnd-gau, herauf gen Basel. Er habe sicbenzig-, neunzig-, anderesagten sogar, über hunderttausend Mann. Das wollte unserer keineranfangs glauben; doch ward ein Bote ins Eidgenosseulager vorZürich gesandt, und mau schickte uns von da sechs- bis sieben-hundert Männer zur Verstärkung. Nichtig aber standen die Fran-zosen alle an der Grenze. Der Dauphin mit seiner Hauptmacht,über 40,000 stark, blieb dort hinter der BirS vor der Stadt Basel;10,000 schickte er voran bis Mnttenz; 8000 seines Heeres zu Roßund zu Fuß führte der Graf Dammartin in die Praiteler Wiesen,