berg, in allerlei Richtungen, doch mit sehr vergeblicher Mühe.Auch nicht die leiseste Spur vom Dasein der schönen Begrüne warzn entdecken gewesen. Ein geringer Trost nur war ihm von FarnS-burg geworden, nämlich Gewißheit, daß sie nie durch Thomasvon Falkenstein dahin gebracht worden sei. Das hatte er vonMännern selber erfahren, die, wegen Nebergabc zu unterhandeln,ins Lager der Eidgenossen gekommen waren.
Während der gegenseitigen Mittheilung aller Berichte und Ge-schichten hatte die Sonne sich hinter die Tanne» des Gebirgesniedcrgesenkt, und der Abcndstern flammte Heller über den Wart-burgtrnmmeru. Herr Rüdiger führte seine Gäste i» de» Speise-saal. I» der Mitte staub der Tisch mit viel Gedecken, von Speisenaller Art beladen; daneben ein altfränkischer Schenktisch mit Wein-kannen von schwerfälliger Silberarbeit. Herr Rüdiger wollte dieWiederkehr seines Sohnes mit einem stattlichen Mahle feiern, undverkündete voraus seinen Zorn, wenn Bruder Jörg den trautenKreis vor Mitternacht verlassen würde. „Denn," sagte er, „dasarme Leben hat gar selten so reiche Minuten! laßt sie nnS fest-halten. Ich Hab' ihrer viele Jahre entbehrt und die lautere Freu-digkeit ist in meinem Herzen fremder geworden, als die Schwalbedem Winter. Aber, liebwcrthe Herren und Freunde, nun sch'ichmich mit dem Himmel und mir versöhnt; meines alten FreundesJörg Herz mir zugewandt; meinen schon todtgcsagte» Sohn heilund lebendig unter uns, und gesammte theure Eidgenossen ehren-haft von ihrem schwersten Feinde entladen. Mögen wir uns deßnicht billig freue»? Mein ganzes Haus soll ein Fest habe»,der Keller diese Nacht nie geschloffen sein, und was Küche undSpeisekammer vermögen, ist Dienern, Knechten und Mägden preis-gegeben."
Darauf, nachdem Gangolf die schweren, vergoldeten Bechermit altem Burgunderwein gefüllt hatte, faßte Herr Rüdiger seinen