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strichen waren, ohne Nachrichr über denselben. Obwohl er sichim Stillen für einen bessern Christen hielt, als seinen wicdcrge-fundencn Freund Jörg, dessen Reden nur allzusehr nach ärgerlicherKetzerei schmeckten, mußte er doch gestehen, daß er noch weit vondessen felsenfestem Glauben und harmloser Zuversicht auf Gott ent-fernt war. Der Lollhard hielt ihm daher auch vergebens sei» eigenesBeispiel vor, wie er nämlich um das Loos der verlornen und ge-liebten Tochter ohne Bekümmerniß lebe, dieweil er wisse, sic seiin Gottes Hand; sie werde eher freiwillig das Leben, als die Tugend,meiden-, der Tod aber sei kein Nebel, sondern das Ende aller Nebel.Rüdiger bedachte nur, was er jedoch dem Bruder Jörg nicht gern,als einen der Hauptgründe seines stillen Kummers, gestehen wollte,daß Gangolf der Letzte vom Stamme Trüllerey im Aargau wäre.
Plötzliches Pferdegetrappel eines Nachmittags, über die Zug-brücke des Burggrabens herein, in den Freihof, endete aber alleSorge des VaterhcrzcnS. Wirklich sprangen Gangolf und Isen-Hofer frisch und wohlgemuth, nebst den Knechten, von denen sicbegleitet waren, aus dem Sattel der Rosse. Viele der Nachbarcnliefen herbei, die Ankommenden und besonders den wackern schönenJunker zu sehen und ihn freundschaftlich zu bewillkommnen. Herr-Rüdiger, sonst gebieterisch und trocken, selbst gegen den Sohn,überließ diesmal sich seiner vollen Freude, und trat ihm unterder Thurmpforte mit ausgebreiteten Armen entgegen. Und dochempfand er schwerlich so viel Vergnügen, als Gangolf selbst, beimAnblick der nie gesehenen Heiterkeit seines Vaters, und dessen inni-ger Traulichkeit mit dem Lollhardcn. Wegen seines langen Aus-bleibens und beunruhigenden Schweigens entschuldigte sich der Jüng-ling so bündig, daß ihm die väterliche Verzeihung nicht entgehenkonnte. Er hatte, nach Aufhebung der Belagerung von FarnS-bnrg, mehrere Wochen lang die entführte Tochter des Lollhardsin den Thälcrn des Jura gesucht, vom Wcißcnstein bis zum Bötz-