Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
346
Einzelbild herunterladen
 

246

Tag für dir Friedenshandlnngcn zwischen Frankreich und de» Eid-genossen beredet sei *).

Botschaften so vergnüglichen Inhalts wurden mit heiterer Zu-friedenheit, aber ohne ausschweifende und darum entehrende Freudeausgenommen. Denn die Schweizer, obwohl sie der ArinagnakenStärke und die Heermacht des Dauphins kannten, auch wohl wuß-ten, daß dieser nicht durch die Schlacht an der Grenze allein, son-dern mehr noch durch die vermittelnden Worte der Baseler Kirchen-versammlung und des französischen Hofes eigene Entwürfe gegenDeutschland, zum Frieden gestimmt worden war: fürchteten dochFrankreichs Ucbermacht und Kriegskunst keineswegs. Sic wußten,die Hnnderttansende der Franzosen würden unfehlbar in diesenThäler» und Bergen ihre schmachvollen Gräber finde» und dasrühmlose Schicksal aller früher» Dränger und Eroberer erfahren.Denn wo jeder Greis und Knabe, wo Weib und Jungfrau Waffeund Blut nicht scheut, wo jeder einzelne Mann sich für des LandesUnabhängigkeit dem Tode geweiht hat: da ist jeder Berg, jedeEngschlucht eine Burg, jeder Wiesenhag eine Schreckschanzc, jederGarten ein Schlachtfeld, jedes Hans, jede Hütte Festung undBollwerk; da liegt wenig daran, wie viele BatcrlandShelden fallen,sondern wie viele Köpfe der fremden Eindringcr das Leben jedeseinzelnen thcncrn Hauptes bezahlt haben. Diese Gesinnung wardie Frucht des Heldentodes der kleinen Schweizerschaar an derGrenze, die den Eidgenossen nur das Zeichen gab, um welchen Preisman sterben solle. Schlechter, als sie, wollte kein Eidgenoß sein.

Indessen konnte Herr Rüdiger Trüllercy seine wachsende Unruheum Gangolfs Schicksal nicht verbergen, weil einige Wochen ver-

*) Bckanittlich kam der ewige Frieden der Eidgenossen mit Frankreich, schonzwei Monate nach der Schlacht bei St. Jakob, wirklich in EnsiShcimzu Stande.