Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
345
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Wilhelm von Hochberg nach Zürich gesandt; sondern auch Flücht-linge aus dem Gebiet von Basel bestätigten das Unglück, und zu-gleich, daß die Belagerung des Schlosses Farnsburg aufgehoben,Alles von den Eidgenossen in zerstreuter Flucht wäre. Es kamsogar Botschaft, daß sich Berner und Solothurner von Zürich nachBaden und Lenzburg zurückzögcn, und daß die GebirgSvölkcr vonGlarnS, Schwyz, Unterwalden, auch die von Zug und Luzern,über den Albis heimgingen, als sei Alles verloren.

Viele wohldenkende Bürger Aarau'S riethcn zu stärkerer Be-festigung der Stadt, und zum Entschluß, in verzweifelter Gegen-wehr für ihre und Berns Freiheit unter dem Schutte der Wohnungenund Tempel zu sterben. Viele der achtbarsten Männer des Natheskamen in den Freihof, Unterredung mit Herrn Rüdiger zu Pflegen.Die Gemeinde verlangte den Junker Gangolf zum Kriegsobersten.Aber von ihm war, seit er mit ander» Eidgenossen vor Farnsburggezogen, keine Kunde mehr angelangt. Allgemeines Geschrei ging,auch er sei in der Schlacht bei Basel gefallen.

Das erste Schrecken über die Niederlage an der Grenze mil-derte sich aber bald durch spätere Nachrichten. Die anfänglicheWuth verwandelte sich dann in trotzigen Stolz des ganzen Volksauf seinen Werth; und der Fluch über die Feigheit der Vater-landskricger an den Grenzen ging in Bewunderung deren Helden-geistes über. Denn man vernahm, daß nicht 4000, sondern kaum2000 Eidgenossen einen unglaublichen heldenhaften Kampf gegen diegesammtc französische Kriegsmacht bestanden hätten; daß darauf derDauphin, statt gegen das Jnragebirg zu ziehen, sein Volk rückwärtsin den Elsaß und Schwarzwald gelegt, und geschworen habe, ei»härteres Volk als die Eidgenossen, nie gesehen zu haben; daß ersie nicht weiter versuchen wolle, weil er sie ihres TapferstnncSwegen hochehren müsse. Man vernahm sogar, daß sich Frankreichtrennen werde von den österreichischen Absichten; daß schon ein