Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
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Pfaffen, verzehren sie die Opfer selber, welche sie für den Himmelbegehren, nnd ihre Hoffart kleidet sie in das, was sic zur EhreGottes nehmen. Sie sind vom hohe» Geist Jesu so entfernt, wieihr goldgesticktes Meßgewand von seiner Demnth, wie ihr Jnfnlmit Juwelen von seiner Knechtsgestalt, wie ihre Verfolgerwuthvon seiner unendlichen Menschenliebe. O wie bist du blinden Herzens,Rüdiger, daß du dem Bel zu Babel die Kinder des Landes opferst,nnd dem arbeitsamen Volk den Bissen raubest, um das faule Fleischder Mönche und Nonnen zu mästen! Enthaltsamkeit und stand-hafte Selbstbezwiuguug, diese unerschütterlichen Grundlagen in-nerer Seligkeit, müssen im täglichen Leben offenbaret werden; aberim Kloster sind sie, was eines Diebes Besserung im Schelmcn-thurn:. —

Der sprachsellge Alte fuhr noch lange in diesen Reden fort,vor deren Ruchlosigkeit sich der greise Trüllcrey billig entsetzte.Mehrmals, doch liebreich und schüchtern, unterbrach ihn Rüdigermit Zwischenfrageu. Aber jede Antwort führte den Bruder Jörgwieder auf ein breites Feld seines LicblingSgegcnstandeS, wie derBcrgquell nur das Feldstück umgeht, das seinen Lauf hemmt, unddann desto freier die erste Richtung verfolgt.

So wurde über den Schatz von Grimmcnsteiu zuletzt nichts ent-schieden. Herr Rüdiger Trüllcrey aber hatte nach langer Traurig-keit den besten Schatz wiedergcfunden, Seelenfrieden und Ruheeines schwer gcängstigten Gewissens. Er räumte seinem Scclen-frcunde das schönste und bequemste Gemach der Burg ein, welchesder Lollhard bezog, ohne Gefallen oder Mißfallen zu bezeugen.Nur gelegentlich nahm Bruder Jörg von den köstlichen Zierrathendes Zimmers Anlaß, auf die Eitelkeit des Irdischen und auf dieEntwickelung des große» Wcltschauspiels hiuzndeutcn, um den altenRitter auf die Offenbarung des ewigen Evangeliums vorzubereiten.In einem Winkel stand mit eingeschmolzenen Gold- und Silber-