Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

341

noch dazu. Was au Geld fehlt, ersetzt manche Schupposc Landeslaut beiliegenden pergameutnen Briefen."

— Was, Eigenthum! — rief der Lollhard mit Unwillen: Wir,die Eigenen Gottes, was können wir dem Allmächtigen entziehenund in unser Eigeuthum verkehren? Verwalter sind wir der unsgemachten Darlehen des Lebens. Nichts gehört uns au, sondernAllen Alles im göttlichen All; es war den gewesenen, eS ist denheutigen, nnd wird den künftigen Geschlechtern sein! Verwalte diesdir geliehene Pfund zur Hilfe der Leidenden, zur Erweckung desGuten und Heiligen. Ich bedarf des UeberfluffcS nicht. Für desLeibes Nothdurft, nnd meinen LebenSgcnossen tm Leiden beizu-fpringen, Hab' ich ganz genug empfangen.

Herr Rüdiger verstand den Bruder Jörg nur halb und sagte:„Willst du, daß ich das Ganze, oder einen Theil der Kirche über-gebe? Oder dem Kloster der heiligen Ursula, Augustiner Ordenszu Aarau hier? Mein, das war' ein gutes Werk, denn unsereKlosterfrauen leiden nicht selten Mangel."

— Trage de» Schatz auf die Brücke, fuhr der Lollhard heftigauf, und stürz' ihn der gefräßigen Aare in de» Nachen; dann hastdu noch ein frömmeres Werk gethan. O Rüdiger, wie bist dublinden Herzens, daß du dem, was untergehen soll, neue Stützenbringen willst! Was nennst du Kirche? Es ist nicht mehr die Ge-meinschaft der Heiligen auf Erden um den Thron des Allvaters imWclttempel, darin Christus gepredigt hat; sondern es ist der Kerkerund die Gefangenschaft geblendeter Mensche» unter der Hoheit selbst-süchtiger, schwelgerischer, leichtfertiger Priester. Wie die BaalS-

Ein damals gebräuchliches Flächenmaß, welches, bald größer, baldkleiner, doch ungefähr zwölf Juchart (zu ungefähr 60,000 Geviert-schnh Landes) Acker- oder Wiesenbodenö stark war.