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an mein Herz, Rüdiger oder Günther, oder wie dn willst: daßich dich nenne.
„So lang' ich von meiner Sünde nicht freigesprochcn bin,"sagte der Ritter: „verbleib' ich, wie auf Grimmenstein, EuerKnecht Günther von der Weide. Unseliger Name l O vergessetdenselben mit dem Verbrechen."
— Richte dich auf, Rüdiger, quäle mein armes übcrfrohesHerz nicht! — erwiederte der Lollhard: Ging deine Seele vorZeiten im Eigenwillen der Sünde, und geblendet vom Naturlicht,irre: so haben dich Reue und Buße auf den Himmclsweg zurück-geleitet. Gott zürnet der Schwäche deines Fleisches nicht ewig.Wie möcht' ich'S denn? Ich verzeihe dir von Herzen gern, wasdn wider mich gefehlt zu haben meinest; denn Gott hat dir ver-ziehen, sobald du dich von den Netzen des weltlichen Sinnes loS-gerissen hast. Steh' auf, Rüdiger!
Der alte Rüdiger blieb noch ans den Knien, heftiger schluchzend.Dankbar küßte er des Lollhards groben Kittel, wie eines wundcr-thätigen Heiligen Gewand. Dann erst stand er ans und Freudeleuchtete ihm durch die Thränen. Er schloß den Bruder des freienGeistes noch einmal in seine Arme und führte ihn darauf zurEisenkiste, aus der er die Truhe von Grimmenstein hcrvorhob.
„Hier, Freiherr, Euer Eigcnthnm unversehrt!" sagte er.
— Halt, heiße mich Dn, Rüdiger, denn wir sind fürder nichtHerr, nicht Knecht, sondern Ausstrahlungen eines und desselbengöttlichen Lichtquells, in welchen wir bald heimkchrcn. Laß unteruns die Thorheit der Sterblichen und deren Sprache nicht längergehört werden,, sondern das Reich und das Leben der Gerechtensoll wohnen zwischen dir und mir. Aber dieses Mammons ent-schlage dich. Er gehört nicht dir, nicht mir, sondern der Erde.
„Bruder Jörg! Es ist dein rechtmäßiges Eigenthum und mehr