mclte: „Ich hätte gehofft, Ihr würdet nicht unschuldigen Wei-bern Krieg machen. Sollen wir Gefangene sein?"
— Wir haben Geiseln nöthig für die Sicherheit der Greiseund wehrlosen Männer, welche Euer Oheim aus den Betten rißund von Brugg fortschleppte. Doch bitt' ich Euch, alle Furcht zuverbannen. Ihr werdet mit aller Ehrfurcht behandelt werden, dieEiierm Stande und Geschlecht gebührt.
„Und wohin werdet Ihr »ns führen von GöSgen?" fragte dasFräulein weiter.
— In Eurer Wahl steht'S, ob nach dem Frcihof von Aarauoder nach Bern.
Beide Frauenzimmer überließen sich bei diesen Worten der gan-zen Gewalt ihres Schmerzes. Sir schluchzten laut. Das Fräu-lein crmuthcte sich zuerst, richtete sich auf, trat mit thränenschwcremBlick zu dem jungen Krieger, ergriff seine Hand in unwillkürlicherHeftigkeit und rief mit dem Ausdruck tiefen Jammers: „ Gau-golf!" Dann zog sic schaudernd ihre Hand zurück und drückte die-selbe auf ihr Herz und schwieg.
„Und wenn ich Euch für uns jedes Lösegeld biete, was Ihrbegehren könnet?" sagte die Freifrau von Falkenstein.
— Gnädige Frau, erwiedertc er: cS steht nicht bei mir, son-dern cS ist an Bern, das Lcscgcld zu bestimmen.
„Fordert," fuhr sie fort: „fordert, daß selbst Schultheiß undRäthe in Bern nicht mehr heischen können."
— Das Schloß FarnSbnrg für Bern, statt Eurer! — antwor-tete Gangolf.
„Ach!" seufzte die Gemahlin des Landgrafen: „Ihr verlanget,was Ihr wohl wisset, Herr Ritter, das zu gebe» nicht in unsererMacht steht. So sind wir Unschuldigen denn Eure Gefangene.Berfügt über u»S; wir werde» Euch gehorchen."
Ursula betrachtete ihren ehemaligen Liebling mit schmerzlichen