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gen Himmel und sagte, die Hände cmporstreckcnd, leise: „O, gibmir Stärke, das Entsetzliche zu tragen, oder nimm meine leidendeSeele zu dir auf."
Ursula küßte weinend die Stirn ihrer Freundin und sagte »all-einiger Zeit, mit dem Gesicht zum Ritter gewandt, der schweigendin mitleidiger Stellung, den Blick auf die gebeugte Freifrau ge-senkt, dastand: „Es scheint, daß selbst Ihr dies traurige Schau-spiel nicht ohne Rührung sehen könnet."
Sie verweilte mit den Augen, seine Antwort lange vergebenserwartend, auf der schönen Gestalt des Jünglings, der einst ihrLiebling und Bräutigam gewesen. Adel und Traurigkeit in Hal-tung und Geberde, schic» er, in stillen Uebcrlegnngcn, ihre Anredeüberhört zu haben. Sie beobachtete ihn anhaltend, um zu erfah-ren, was von ihm zu hoffe» oder zu befürchten stehe. Seine ruhigeGegenwart zog in ihrem Gedächtniß den Nebel hinweg vom Edenvergangener Tage. Das waren noch diese schönen Lippen mit demangenehmen Lächeln, die ihr LiebcStreuc geschworen; das noch diefeingernndcten, kräftigen Arme, die sie einst umstrickt gehaltenhatten; das noch die dunkeln mit Seele zur Seele sprechendenAngen, in die sic damals nicht ohne wunderbar süßes Schauernhatte blicken können. Sie drehte plötzlich das Gesicht von ihm wegund neigte es über die Freifrau hinab, die einen tiefen Seufzer that.
Nach einigen Augenblicken fragte Ursula wieder mit unsicherer,halblauter Stimme: „Darf ich bitten, Herr Trüllcrey, aus wel-chen Ursachen ihr Euch herauf bemühtet! — Welches Schicksal habtIhr für uns bestimmt?"
Der Ritter antwortete mit leichtem Zucken der Achsel» und ineinem Tone, in welchem sich das Mitlciden aussprach: „Ich mußEuch ersuchen, mich nach Gösgen zurückzubcgleiten, sobald dieFreifrau wieder Kraft gewonnen haben wird."
Das Fräulein zitterte bei dieser Erklärung zusammen und stam-