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— Zch beklage das Schicksal der edel» Frau, versetzte Gan-gols, sobald er des Sprechens fähig war; doch bitt' ich Euch, ge-recht zu sein, und nicht mich anklagen zu wollen, sondern Euer»Oheim. Er hat unabgesagt offene» Krieg gegen Bern erhoben,und ihn aus beispiellos gräuelhafte Art begonnen.
„Vergesset nicht, daß Ihr zur Nichte des Landgrafen redet!"crwiedertc das Fräulein: „Wenn ich schon die Gründe nicht be-nrtheilen kann, welche meinen Oheim zum Krieg reizten, weißich doch, daß er ihn ans keine unehrliche Weise erhoben oder be-gonnen haben kann."
— Erlaubt mir, daran zu zweifeln, daß Ihr hinreichend unter-richtet seid! — entgcgncte der Ritter: Mitten im Frieden, ohneAbsage, ohne daß man sich's versehen konnte, mißbrauchte er heim-tückisch das Vertrauen von Brugg, trank den Ehrcnwein der Stadt,nberschlich dieselbe drei Tage nachher, da sie ihm arglos die Thoreöffnete, und füllte sic mit dem Blut der Wehrlosen, und den Flam-me» ihrer gastfreundlichen Wohnungen. Es geht ein Gerücht, erhabe zuvor schon Mordbrenner gen Aarau gesandt gehabt.
„Gerüchte sind Gerüchte, von denen ich hier nicht unterhaltensein mag!" antwortete Ursula: „Und über gelungene Kriegslisthaben sich noch nie Andere, als Besiegte, beklagt. Auch ist's mirunbekannt, ob Fürsten und Herren im Kriege verbunden sind, gegengemeines Volk von Handwerkern und Bauern Rücksichten zu neh-men, die sic gegen einander selbst zu beobachten haben. — Ihraber, was habt Ihr gethan!"
— Was Pflicht und Ehre nicht bereuen, Fräulein.
„Der gefällige Wind trägt Euch den stinkenden WeihrauchEures Ehrenwerks bis zum kahlen Gipfel dieser Berge nach."
Die Freifrau von Falkenstein, welche bisher ihr Haupt an Ur-sulas Brust in halber Ohnmacht gelehnt hatte, richtete sich jetztauf, wandte ihr blasses Antlitz, ans welchem noch Thränen hingen,