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5 (1851)
Entstehung
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wäre unser Wild und wir hätten'S erjagt. Aber sie scheinen heilesGewissen zu tragen, denn sie sitzen ans dem Feldstein, und weisenuns das Gesicht statt der Schuhsohlen. Wohin deuten sie mit denHänden? Ans uns nimmermehr." Er wandte sich, um zu erkennen,wohin die Weiber mit den Händen deuteten, und schrie: „DasSchloß brennt! Unsere Leute haben nicht warten mögen, ihreFackeln zu versuchen, die sic aus Hanf gedreht und in Pech ge-tränkt hatten."

. Als Gangolf znrücksah, erblickte er einen finstern Nauchschwall,der hinter den Gipfeln niederer Bcrgtannen ans der verborgenenTiefe fort und fort cmporstieg, dann wolkcnartig aus einander sielund weite, graue Fläche» bildete, die in der Luft schwimmend stan-den, oder an den Bcrgwäldern still hingen. Er aber ließ sich durchdas Schauspiel nicht im Laus hindern, den bisher Felsen, Ab-gründe und verwachsenes Gebüsch oft unterbrochen hatten. Balderkannte er in der Ferne am Gewände der beiden Frauen, daß sienicht zn den gemeinen Wanderern gehörten, sondern eben diejeni-gen wären, die er verfolgte. Die Freifrau saß auf einem FclS-block und streckte von Zeit zu Zeit die Arme nach der Gegendihrer brennenden Burg. Man vernahm durch die Morgcnsiille dieserEinsamkeit dann und wann ihre wehklagende Stimme, währendihre Begleiterin cifrigst bemüht schien, sie zn trösten, oder zureiligen Fortsetzung der Flucht zu bewegen

Gangolf trat odemlos zu ihnen. Er begrüßte die Edelfrau schwei-gend mit ehrerbietiger Bewegung und stellte sich 'zn ihnen, ohnereden zu können.

„Ihr kommet zur rechten Zeit, Herr Trüllerep," sagte dasFräulein von Falkcnstein, indem ihren schönen Augen Thränen ent-flossen, „eine Heilige den Geist aufgeben zu sehen, deren MörderIhr seid. Tretet näher und ergötzet Euch am letzten Zucken diesesschönen Schlachtopfers."