Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
316
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riger zu werde», weil cS den im Sturm hcrbcigefiogenen Bela-gerern am schweren Geschütz fehlte.

Auch war die Antwort des Burgvogtcs von der Mancr herabtrotzig genug, als Gangolf unter Trompetcnschall zur Ucbergabeausforderte. Zugleich ließ der Vogt, um seinen stolzen Wortengrößeres Gewicht zu geben, alle Feuerschlünde vom Schlosse don-nern, während die Belagerer nur aus ihren kleinen Büchsen erwie-dern konnten. Indessen überzeugte man sich bald von der äußerstgeringen Zahl der Besatzung. Gangolf befahl, Fackeln und Pech-kränze zu bereiten und am Berge Strauchwerk zu hauen, und Neis-wcllen zum Anfällen des Grabens zu binden, auch Leitern zu holen.Er selbst umschlich das Schloß von allen Seiten, nachdem er desseninnere Lage von der Berghöhe anSgeknndschaftet hatte, und legtean drei Orten Mannschaft hin, die Tag und Nacht ununterbrochenmit Karst, Bickel und Schaufel die äußere Ringmauer durchbrechensollten.

Schon den zweiten Tag redete der Bnrgvogt glimpflicher, daihm Gangolf znm andern Mal die Ucbergabe des Schlosses befahl.Er verlangte nur freien Abzug für sämmtliche Bewohner desselben,männlichen und weiblichen Geschlechts, sammt dem, was Jedervon seiner Fahrhabe auf sich tragend mitnehmen wolle. Als auchdies verweigert wurde, erbot er sich gegen Abend, daß er am fol-genden Morgen die Pforten der Burg öffnen wolle, wenn mander Besatzung und übrigen Schloßlenten das Leben gönnen, ihmaber gestatten würde, in Begleitung der Freifrau von Falkenstcinund deren Nichte, wie auch eines Fremden, der in der Burg wohne,ohne Gefahr abzuziehen.

„Ich gebe Euch Frist bis Tagesanbruch morgen!" cntgcgneteHerr Gangolf Trällere»: „So Ihr mir das Schloß öffnet vorAufgang der Sonne, soll es Keinem unter Euch ans Leben gehen.Nach Sonnenaufgang ist alle Gnade verwirkt, ich möge mit oder