Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
314
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Tel! von Uri hat noch nicht alle Pfeile verschossen; wir habenderen so scharf, wie der seine!

ES kostete Gangolfen, der durch die Haufen umhcrging undbald diesen, bald jenen anredete, nicht geringe Mühe, sich ver-ständlich zu machen, und für sein Vorhaben eine hinreichende Zahlentschlossener Männer zu finde», „Wer setzt mit mir das Lebendaran," rief er, „für Brugg an dem Falkcnstcin und seinen Ge-sellen Rache zu nehmen?" Mehrmals erhielt er von den mißtraui-schen Rotten die Antwort: „Wir können cs daran setzen, ohne Euch,Junker; wir sind Manns genug, die Edclleute mit den Kolbenzu lausen, ohne Encrn Rath. Ihr seid ein adelichcr Herr, nchmt'snicht übel. Raben hacken einander die Augen nicht aus, wie dasSprüchwort sagt." — Doch Andere, die ihn näher kannten, schlossensich ihm an und nahmen die Redlichkeit seiner Gesinnung gegendie Trotzredcn der Uebrigcn in Schutz. Der Durst nach Rachequälte sie alle. Es stellten sich ans den Grafschaften Lcnzbnrgund Baden einige hundert Mann unter seinen Befehl, mit Spießen,Büchsen und Armbrüsten bewaffnet. Sic verhießen, sich des an-dern Tages am Abend bei Aarau zu sammeln und ihm zu folgen,wohin er sie führen würde.

Wie diese in ihre Dorfschaften znrückkehrten, ihre Vorberei-tungen zur Kriegsfahrt zu treffen, verließ auch Gangolf die weit-läufige Brandstätte, suchte seinen Vater und den Meister Jsenhoferzu Nmiken und ritt mit ihnen gen Aarau. Den weiten Bogen,welchen der unebene Weg längs dem Gebirg von Villnachcrn undSchiuznach bis Veltheims Wälder herumzog, verkürzten Gesprächeüber die Vorfälle des Tages, über Herrn Rüdigers Reise und Er-wartungen von der Ankunft seines gehcimnißvollcn Gastes, so wieüber die einförmige Tagesgeschichte dessen, was im Freihofe, wastu der Stadt, während Herrn Rüdigers Abwesenheit, sich zuge-tragen haben konnte. Indessen, sobald dieser Stoff erschöpft war,