Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
310
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pflichteten, mußte kein Willen der Menge weichen und de» Weggegen die Berge fortsetzen, Nechberg aber, mit etwa Fünfzigenaus der Nachhut, wandte sich gegen die Stadt zurück. Mit großerBehutsamkeit nahte er derselben, so viel als möglich in Gebüschen,bis er zur letzten Höhe kam, wo er unter seinen Füßen rechts dieeingeäschertcn Wohnungen von Brugg aufdampfen, links die Schiff-lände sah. Die User wimmelten von bewaffnetem Volk: unterdemselben mehrere Ritter zu Pferde, welche sehr geschäftig schienen,Anordnungen zu machen. In der Ferne schwammen einige wohl-bemannte Beuteschiffe den Strom der Aare langsam hinab, welchedie letzten sein mochten, denen die Abfahrt gelungen war, Nochlagen wenige kleinere Fahrzeuge am Ufer, die man bei der Fluchtim Stich gelassen hatte, und aus welchen der Raub wieder ansLand getragen wurde.

Obwohl Nechberg seine Leute vorsichtig hinter Gebüschen ver-steckt hielt, und er nur mit Wenigen vorgetrctc» war, schien erdoch bald entdeckt worden zu sein, denn er sah plötzlich, wie diebewaffneten Haufen am Ufer aus einander schieden, einer derselbenabwärts, wie gegen die Stilli, ein anderer gegen die Stadt, einanderer in gerader Richtung gegen die Anhöhe zog, ans welcherer selbst stand. Ein NitterSmann führte den letzter» Haufen, derkaum zwanzig Bewaffnete stark war, bis zum Fuß des Hügels,Da sprang der Führer vom Pferde, zog das Schwert und klettertean der Spitze der Uebrigen rasch herauf, Nechberg erkannte ihn,schwang sich aufs Roß und rief lachend: „Setzt Euch meinetwillennicht außer Odem, Herr Gangolf Trüllcrey, Wir sehen einanderschon zu gelegener Zeit. Jetzt eilet, und helfet den Bruggcrn löschen!"

„Ja, ja, mit Eucrm meineidigen Blut, Herr von Nechberg ! "schrie ihm Herr Gangolf zu: „Wenn Ihr anders ein so tapfererMann, als ein guter Mordbrenner seid: werdet Jbr mich stehen-den Fußes erwarten,"