Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
77
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„Hörtest du nicht, Jscnhofcr, was Jrni Fasen, der Knecht,von der Zigeunerin sagte? Darüber stimmt Alles im Frecheszusammen, die Here Hab" es ihn, angethan mit ihrer Teufels-kunst."

— DaS macht' ich glaube», wenn sie jünger und schöner ge-wesen wäre. Verlaßt Euch ans mein Wort, der Teufel mag diealten Weiber so wenig, als ich.

„Es kömmt darauf an. Neber dergleichen Dinge scherz' ich nicht.In der Stadt gibt es »och einen andern Argwohn. ES geht dieRede, daß die alte Here nicht non ungefähr nach Aarau gekom-men, sondern abgeschickt sei."

— Doch nicht vom Beelzebub? Was hat der wider die guteStadt Aarau? Ist sic zu fromm?

„Vierzehn Tage vor Erscheinung des wüsten Weibes war Tho-mann von Falkenstein hier und hatte mit meinem Vater Wort-wechsel. Thomann verließ ihn — Alle haben es gehört — unterden fürchterlichsten Drohungen."

— Junker, wenn der Falkensteiner eine Sache abzuthun hat,ist er Mannes genug, sich mit Hilfe des Schwertes Recht zu schaffen.Fürwahr, der hat nicht die Miene, sich an eine Zigeunerin zuhängen. Ihr kennet den Oheim Eurer Braut schlecht. Indessenlaßt hören, was hat Thoman» mit Euerm Vater?

„Es betrifft einen alten Handel. Vor etwa siebenundzwanzigJahren hatte Ulrich von Hcrtenstcin, als Vogt von den unmün-digen Söhnen des HauS Werner von Königstcin, die Veste undHerrschaft desselben feil. Die Burg jenseits der Aare, in denBergen, eine halbe Wegstunde von hier, war den Aarauern wohl-gelegen. Da rieth mein Vater zum Ankauf dieser Herrschaft mitaller Zugehördc, hohen und nieder» Gerichten, Wohn' und Weid',Holz und Feld. Denn der Bann unserer Stadt war gering undso klein, ais ihn vor anderthalbhundert Jahren Kaiser Rudolf von