welchem ei» goldener Helm glänzte, sah inan die Reihe hoher undniederer Silberbccher nach ihrer Größe geordnet; an der Wandgegenüber hingen in prächtige» Wehrgehenkcn zwei Schwerter kreuz-weis, darüber ein blanker Stahlhelm mit rother und weißer Fe-der. Ein zierlich gewirkter, bunter Teppich, mit langen Fransenbedeckte den breiten Tisch, ohne jedoch dessen in dicke Löwenklauenausgehenden, kunstvoll geschnitzte» Füße ganz zu verbergen. GleichesSchnitzwcrk verzierte die damit fast überladenen eichenen Zimmer-thürcu und die etwas schwerfälligen Stühle von braunem Nußholz.Blaue Polster, mit großem, vielfarbigem Blumenwerk darauf,lagen sowohl auf den Sesseln, als ans den schmalen Wandsitzenam Fenster.
So viel Lebensbequemlichkcit hätte Jsenhoscr, beim ersten An-blick des finstern Thurmes, weder von dessen Jnnerm, noch so vielGeschmack dafür von dessen düsterherzigem Gebieter erwartet. Esthat ihm aber wohl, zu glauben, daß Beide, der Thurm und derHerr, sich nicht weniger von innen glichen, wie sie von außengleich abschreckend waren.
Am meisten zog ihn die heitere Aussicht an, als er zum Fen-ster trat, durch dessen obere bunte Glasscheiben die niedergehendeSonne in mancherlei Lichtern spiegelte. Der Fuß der Veste ruhtedrunten auf Felsen, von welchen eine berasete Halde schräg, wiedie Böschung vom Walle, zur nieder» Ringmauer lief, an derenStelle heutiges Tages eine in derselben Richtung gekrümmte LinieHäuser steht. Damals aber schlugen die Wellen der Aare fastbis an die Ringmauer. Jenseits des Stromes, der vor der Stadteine Wcidcninsel gebildet hatte, stieg das Gebirg des Jura mithinter einander aufschwellenden Hügeln stufenweise zu den Wolken.Drüben schmiegte» sich zur Linken malerisch in den Busen derBerge die Hütten des Dörfleins Erlisbach: rechts schimmerten dieZinnen des Schlosses Biberstcin, wo Johanniter-Ritter hauscten,