Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
74
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incltc Gaugolf etwas bckloniuien, nachdem er viel erzählt undweder dessen Aufmerksamkeit, noch dessen Antwort gewonnen hatte.

„Wohl!" crwiedcrte der alte Rüdiger, und ging mit lang-samem aber festem Schritt durch das geräumige, gewölbte Zim-mer hin, dann wieder zurück,

Gangolf beobachtete mit Absicht langes Stillschweigen, in derHoffnung, seinen Vater zu einer Frage zu zwingen. Doch irrteer sich. Jener ging in der Stube auf und nieder, als war' ereinsam. Er bemerkte weder den Fremden, noch den Sohn, Nachund nach wurden seine Schritte rascher. Es schien fast, als triebihn innere Unruhe,

„Gewiß, mein Herr Vater, Ihr leidet an einer Krankheit!"sagte Gangolf wieder nach einer guten Weile, und ging ihm nachHerr Rüdiger schien ihn weder zu hören, noch ihn an seiner Stellezu bemerken, sondern setzte den Schritt stumm und still fort. —Ein langes Schweigen folgte abermals.

Plötzlich blieb der Alte stehen, hob die Augen zu seinem Sohnauf, und sagte: „Gut, daß du hier bist, Gangolf, Morgen laßich dich zu mir rufen. Bewirthe den Gast, wie sich'S gebührt,"Darauf wandte er sich zu einer schmalen Seitcuthür und ging mitschnellem Schritt hinaus, Gangolf eilte ihm nach,

Herr Jsenhoser war indessen mit peinlichen Empfindungen Zeugedes seltsamen Empfanges gewesen, und hatte de» alte» Herrn mitnnoerwandten Blicken verfolgt. Zuerst war ihm dieser wie ein beiTag umgehendes Gespenst, dann wie ein von stillem Wahnsinnbefallener Mensch vorgekommen,

Er athmcte tief und froh auf, sobald er de» alten Rüdigerverschwunden und sich allein sah, Zn seiner Zerstreuung betrach-tete er nun das geräumige, längs den Wänden mit Nußbaum-holz getäfelte Zimmer, worin jedes Geräth von Wohlstand undbescheidener Pracht des Burgherrn zeugte. Aus dem Gesimse, über