geS andeutcte. Gangolf, ungewiß deffcn, was er erblickte, bliebstehe«.
„Bist dn es, Gangolf, " sprach eine dumpfe, halblaute Stimmeaus der Blende! „Ich sah dich gegen die Stadt reiten."
Ein mattes Licht siel auf die Gestalt, als sich hinter derselbendie Thür eines Zimmers öffnete. Gangolf erkannte seinen Vater,dem er. sobald ste mit einander in das Gemach eingetrctcn waren,ehrfurchtsvoll die Hand küßte. Zugleich stellte er ihm den Gastvor, zu deffcn Empfehlung er einige Worte beifügte. Der alteRitter that mit der Hand eine langsame Bewegung, welche denFremden willkommen hieß, während sich dieser tief verbeugte.
ES war aber etwas Schauerliches in der Art des Greises, derfast gar nicht sprach, und selbst durch keinen Blick, durch keineAcnderung der starren GcstchtSzüge das Dasein einer Empfindungverricth, welche wohl sonst das Vatcrherz beim Wiedersehen eineslange abwesenden Kindes bewegt. Man entdeckte keine Spur vonUcbcrraschnng, von Freude, oder auch nur von Neugier; eben sowenig ein Zeichen des Verdrusses oder der verhehlten Unzufrieden-heit, sondern eiskalte Gleichgültigkeit eines Leichnams gegen das,was ihn umgibt. DaS Acußere des Mannes verstärkte noch aufJsenhofer den Eindruck. Eine hohe, breite, würdevolle Gestaltwar ganz und gar, vom Hals bis zu den Füßen, in einen schwar-zen, weiten Pclzrock gehüllt, von dessen Gürtel, an einer Silber-kcttc, ein Dolch mit silbernem Gefäß und ein Rosenkranz hing,lieber den Kopf war kappcnartig ei» schwarzes Wolltuch geschlagenund um den Hals befestigt, daraus das bleiche, stille Antlitz mitden großen, an nichts haftenden Augen, mit langer, gebogenerNase, harten, scharfe» GcfichtSzügcn noch düsterer hervortrat, unddas kurze graue Haar um das Kinn, und den Spitzbart über derOberlippe, wie eine abwechselnde Schaltung zeigte.
„Mein Herr Vater, Euch scheint nicht wohl zu sein?" stani-